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Evangelische Kirche Bad Lippspringe

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Alles dreht sich

 

 

Christiane Hartlieb, Evangelischer Kirchenkreis Paderborn

 

43 Jahre sind seit der letzten Renovierung der Kirche in Bad Lippspringe vergangen. Der Putz bröckelt, die Heizungsanlagen bedarf dringend einer Sanierung, die nachträglich eingebaute Sakristei nimmt dem eingentlichen Kirchenraum Platz weg, der Eingang ist mit seinen fünf steilen Stufen für Gehbehinderte nicht passierbar – Zeit, dass Hand angelegt wird.

Die Gemeinde hat sich für eine umfassende Umgestaltung des Innenraumes entschieden und in Zusammenarbeit mit dem Paderborner Architekturbüro architektur-werk-stadt Balhorn-Wewer-Karhoff eine Lösung gefunden, die eigentlich ganz einfach ist und doch auf einen Schlag allen Problemen Abhilfe schafft: Das Innenleben der Kirche wird gedreht.

Unter dem Kirchturm, wo bisher Haupteingang, Empore und die hinteren Sitzbänke Platz für die Gemeinde boten, ist nach dem Umbau der Altarraum untergebracht. Das verbessert die Sichtverhältnisse aus den Seitenschiffen erheblich, und durch den Abriss der Empore dringt auch wieder viel mehr Licht ins Kirchenschiff. Der Seiteneingang, der früher in die Sakristei führte, wird zum Haupteingang. Aufgrund des natürlichen Gefälles des Kirchengeländes ist dieser Eingang ebenerdig, ohne Stufen, und so für alle Gemeindeglieder leicht passierbar.

Der Kircheneingang liegt nun auch am einladenden Innenhof des Kirchengeländes, von dem aus das Gemeindehaus zu erreichen ist – ein Ort, an dem man vor oder nach dem Gottesdienst gerne noch verweilt und plaudert. Die alte Kirchentür hatte unmittelbar auf den Bürgersteig einer vielbefahrenen Durchgangsstraße geführt. Und: Der Altar, der 158 Jahre lang im Westen des Kirchenschiffes lag, ist nun erstmals nach Osten ausgerichtet.

Rund 750 000 Euro wird der Umbau der Kirche kosten – Gelder, die hauptsächlich von der Kirchengemeinde aufzubringen sind. So viele Arbeiten wie möglich sollen daher in Eingenleistung erbracht werden: Rund dreißig Ehrenamtliche – von einigenBau-Profis bis hin zu einer Verpflegungsmannschaft – treffen sich seit Ostern jeden Samstag für die Abrissarbeiten. „Die Hilfsbereitschaft aus unserer Gemeinde ist ganz enorm“, freut sich Gemindepfarrerin Antje Lütkemeier, die selber tatkräftig mit anpackt. „Beinahe hatten wir zu viele Freiwillige. Schließlich müssen ja auch alle Helfer ausreichend angeleitet werden.“Spendenbarometer.html

Im Vorraum des Gemeindehauses gibt ein „Spendenbarometer“ Auskunft über den Stand freiwilliger Gaben für die Renovierung. Beim Aufreißen des alten Holzfußbodens, der von Spalten und Rissen durchzogen war, sind außerdem noch zahlreiche zusätzliche, unfreiwillige Spenden zum Vorschein gekommen: Leider sind die verlorenen Münzen von Bad Lippspringer Kirchgängern zum größten Teil wertlos – handelt es sich doch um die guten Alten D-Mark-Stücke und Groschen.

 

copyright Text und Fotos: Evangelischer Kirchenkreis Paderborn