Fürbitten zum 5. Januar 2005 (Gedenkminuten für die Flutopfer in Südost-Asien in den EU-Staaten), sowie Sonntag 9. Januar 2005

 

Andauernde Katastrophe in den Flutregionen Südost-Asiens

 

Dieser Text kann auch – am besten verteilt auf mehrere SprecherInnen – vor oder nach den Schweigeminuten in den EU-Staaten am Mittwoch 5. Januar an öffentlichen Orten gesprochen werden.

Dabei muss der Akt des Gebets so taktvoll eingeführt werden, dass Andersglaubende und nicht religiöse Menschen sich dadurch nicht vereinnahmt fühlen müssen.

 

Lasst uns beten für alle Menschen

deren Seelen Tag für Tag bewegt werden

durch die Nachrichten und Bilder

von den Schauplätzen der furchtbaren Flut:

 

für die namenlosen Überlebenden,

uns nahe und fern zugleich

und besonders für diejenigen unter ihnen,

die bisher ohne Hilfe von aussen geblieben sind;

 

für unsere vielen Landsleute

in deren Herzen

die quälende Angst langsam zu der Gewissheit wird,

dass sie ihre Liebsten verloren haben;

 

für alle, denen keine Zeit zur Trauer bleibt,

weil sie für sich und für andere

um das nackte Überleben kämpfen müssen;

 

für alle Familien, die in diesen Tagen

verwaiste Kinder aufgenommen haben

und weiter für sie sorgen werden;

 

für alle, die den Toten letzte Dienste erweisen

durch Bergung der Leichen

und eine Beerdigung, wie auch immer;

 

für alle Fachleute der Rettungsdienste und Hilfsorganisationen,

die an die Grenzen ihrer Möglichkeiten stoßen;

 

für alle, die in Beratung und Seelsorge

wirkliche Zuwendung

und die richtigen Worte finden müssen,

um im Schmerz erstarrte Menschen zu trösten;

 

 

 

für alle, deren Aufgabe es ist,

heute schon über die Tage des Unglücks hinaus zu denken

und Neuanfang und Wiederaufbau zu planen;

 

für die Mächtigen in aller Welt,

deren Glaubwürdigkeit auf dem Spiel steht,

weil sie jetzt gewichtige Worte sagen

und große Versprechungen machen;

 

für die ungezählten Menschen,

denen es lebenslang am Nötigsten fehlt,

ohne dass die Welt der Satten

von ihnen Kenntnis nimmt;

 

für uns selber,

hin und her gerissen

zwischen Mitleid und der Erleichterung,

dass es uns wieder einmal nicht getroffen hat

 

Lasst uns darum darum bitten,

dass Gottes Geist uns alle

in diesen Tagen lehre,

was wir wirklich zum Leben brauchen

und wie wir einander in Tagen der Not

zuverlässige Nachbarinnen und Nachbarn werden können.

 

Dieser Fürbittendienst wird vom Informationszentrum Dritte Welt des Kirchenkreises Herne/Castrop-Rauxel für

die Aktion BROT FÜR DIE WELT herausgegeben. Er erscheint in der Regel wöchentlich und greift jeweils Ereignisse des Zeitgeschehens aus den Feldern Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung auf. Der elektronische Versand ist kostenlos.

Für Aufnahme in die mailing-list email an: <k.schwanke@brot-fuer-die-welt.de>(Versand i.d.R. mittwochs für den kommenden Sonntag) oder <info@blueplanet-ev.de> oder <h.rohr@gmx.de>.Die Texte können auch von der Homepage von BROT FÜR DIE WELT heruntergeladen werden.(www.brot-fuer-die-welt.de/service)

Verantwortlich: Harald Rohr. Weiterverbreitung der Texte erwünscht. Quellenangabe erbeten (Fürbittendienst BROT FÜR DIE WELT, Redaktion Informationszentrum Dritte Welt, Herne)