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Evangelische Kirchengemeinde
Bad Lippspringe
Entwurf vom 22. Mai 2007
Die gemeindliche
Situation und deren Kontext
Bevölkerungs- und Sozialstruktur
Benhausen (ab 1968 Ortsteil von Paderborn)
Marienloh
(ab 1968 Ortsteil von Paderborn)
Neuenbeken (ab 1968 Ortsteil von Paderborn)
Wirtschaftliche Strukturen, Infrastruktur am Ort
Gesellschaftliches und politisches Umfeld
Kirchliche Situation (Bevölkerungs- und
Sozialstruktur der Kirchenmitglieder
Geschichte der Kirchengemeinde
jährlich regelmäßig stattfindende Veranstaltungen:
Teilnahmeverhalten an gemeindlichen Veranstaltungen
„Ressourcen“ der Gemeinde (Personal, Räume, Finanzen)
Die Gemeinde und ihr biblischer Auftrag
Die biblische Tradition und der Bekenntnisstand
Prägung(en) der Kirchengemeinde
Die Gemeinde und das Kirchenbild der Evangelischen
Kirche von Westfalen
Wir fördern die
weltweite Ökumene mit anderen Kirchen
Wir machen uns
auf den Weg zu den Menschen, Wir sind offen und einladend
Wir feiern
lebendige Gottesdienste
Wir machen uns
für Menschen stark
Wir machen
Menschen Mut zum Glauben
Wir nehmen
gesellschaftliche Verantwortung wahr
Wir laden zu
aktiver Mitgestaltung und Beteiligung ein
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte
Bad Lippspringe 2630 Einwohner. Davon waren 2000 katholisch, 600 evangelisch
und 30 jüdischen Glaubens. Bis 1914 wuchs die Einwohnerzahl auf 4000, zwischen
1918 und 1938 auf 8000. Nach 1945 kamen in Bad Lippspringe 1000 Vertriebene und
Flüchtlinge unter. 1970 zählte BL 10.400 Einwohner, 1980 11.000.
Der heutige Stand stellt sich wie
folgt dar:
Einwohner 15461
Hauptwohnsitze 597
Nebenwohnsitze
Davon 5191 evangelische (33%)
davon 7419 männlich
8042
weiblich
davon 13959 Deutsche
1502
Ausländer (9,7%)
Es wurde für 2006 ca. 9000 Lohnsteuerkarten ausgestellt.
Einwohner 2455
Hw+NW , davon ca. =2,3 % Ausländer
Davon 390 evangelische (15,8%)
davon 1255 männlich
1200
weiblich
Einwohner 3135
Hw+NW, davon ca. =4,4 % Ausländer
Davon 589 evangelische (18,8%)
davon 1579 männlich
1556
weiblich
Einwohner 2520
Hw+NW, davon ca. =2,4 % Ausländer
Davon 374 evangelische (14,9%)
davon 1238 männlich
1282
weiblich
Die Bevölkerungsprognose weist für
Bad Lippspringe eine leicht abnehmende Tendenz auf.
Für Bad Lippspringe gilt: Etwa 600 Ausländer kommen aus der Türkei und
bilden damit die größte ausländische Gruppe, ca. 200 kommen aus Italien, je
hundert aus Großbritannien, dem ehemaligen Jugoslawien und Asien.
Bad Lippspringe hat vom 01.08.1989
bis zum 31.12.2002 insgesamt 1290 Spätaussiedler aufgenommen.
In einem Vergleich der Städte und
Gemeinden des Kreises Paderborn untereinander vom 31. August 2004 hat BL den
geringsten Prozentsatz der unter 6 und zwischen 6-17 Jahre Alten (5,4 bzw. 13,
2%, die übrigen Städte und Gemeinden liegen etwa bei 7 bzw. 16,5%) sowie der zwischen
18-29 und 30-44-Jährigen (13,6% bzw. 21,8% gegenüber 14,5 und 25%). Auf der
anderen Seite bietet BL bei den Altersgruppen der 45-64-Jährigen sowie der über
65jährigen die höchsten Prozentsätze: 25,2 und 20,8% gegenüber 23 und 15%.
Der Durchschnittswert der Geburten
der letzten Jahre (etwa 140 jährlich) steht einer höheren Zahl Verstorbener
(etwa 220 jährlich) gegenüber.
4620 Menschen in Bad Lippspringe
sind erwerbstätig. Davon arbeiten 1495 in BL selbst und 3125 außerhalb von BL
(Stand: 30.06.1999). 854 Menschen in Bad Lippspringe sind arbeitslos, davon 508
Männer und 346 Frauen (Stand: 30.06.2002).
Die größten ArbeitgeberInnen Bad
Lippspringes sind das Medizinische Zentrum für Gesundheit (Kuranstalten) und
ein Möbelwerk. Viele Menschen aus Bad Lippspringe, besonders aber aus den
Ortsteilen Marienloh, Neuenbeken und Benhausen arbeiten in Paderborn, einige
auch in Detmold oder im Bielefelder Umfeld.
Bad Lippspringe ist über die B1 zwischen
den Städten Paderborn und Detmold liegend verkehrstechnisch gut erschlossen.
Die Busverbindung über Marienloh nach Paderborn verkehrt an Werktagen zur
Hauptzeit alle 20 Minuten. Zu den Orten Neuenbeken und Benhausen gibt es
dagegen keine direkte Verbindung des Öffentlichen Personennahverkehrs.
Bei der Kommunalwahl 2004 erhielt
in Bad Lippspringe die CDU 51,2%, die SPD 20,8%, die FDP 15,6% und die Grünen
12,3%. Der Bürgermeister der Stadt ist parteilos.
Ca. 33% der Lippspringer
Bevölkerung sind evangelisch, 57% katholisch, 10% sind entweder muslimisch,
syrisch-orthodox, gehören zu einer Freien evangelischen Gemeinde oder gehören
keiner Konfession an.
Die Alterstruktur der Evangelischen
Kirchengemeinde gliedert sich wie folgt (Stand 15.09.2006):
|
Jahre |
M |
W |
|
0-3 |
47 |
40 |
|
4-6 |
61 |
52 |
|
7-10 |
94 |
87 |
|
11-19 |
281 |
228 |
|
20-29 |
340 |
329 |
|
30-39 |
267 |
317 |
|
40-49 |
371 |
462 |
|
50-59 |
323 |
341 |
|
60-69 |
270 |
340 |
|
70-79 |
220 |
327 |
|
80-89 |
114 |
225 |
|
90-99 |
15 |
41 |
|
Über 100 |
- |
2 |
5233 Evangelische Christinnen und
Christen(Stand 24.05.07), davon
2228 Pfarrbezirk Nord
3005 Pfarrbezirk Süd
2411 Männer / 2822 Frauen
2507 Verheiratete / 2726 Nicht
verheiratet
Zur Zeit der Reformation gab es
wenige Jahre, in denen Bad Lippspringe fast ganz evangelisch war. Bereits 1610 dankte
jedoch die Bürgerschaft Amtmann Johannes Moller für die Wiederherstellung des
Erst ab 1803 kommt es wieder zur
Bildung von evangelischen Gemeinden im Fürstbistum Paderborn.
1838 beschließen die zugewanderten
evangelischen Bürger von Lippspringe, meistens Geschäftsleute oder preußische
Beamte, eine evangelische Gemeinde zu gründen. Die Gottesdienste werden in
privaten Räumen und gemieteten Gasthaussälen gehalten. Die Pfarramtliche
Versorgung geschieht bis 1850 zunächst von der Paderborner Gemeinde aus. Mit
Geld aus Sammlungen, Spenden (auch Gustav-Adolf-Werk) und einer Gabe von 3100
Reichstalern aus der Staatskasse des preußischen Königs werden zunächst eine
kleine Schule und dann die Kirche gebaut. Nach zweijähriger Bauzeit feiert die
Gemeinde am 17.07.1846 die Einweihung der neoromanischen Bruchstein-Kirche.
Friedrich Wilhelm IV. hat großes
Interesse, überprüft selbst die Pläne und versieht sie eigenhändig mit der Bemerkung
„Muss auch eine Glocke haben“. So wird 1859 für 1000 Taler ein Glockenturm mit
drei Glocken angebaut.
Die Schwierigkeiten, mit denen die
kleine evangelische Gemeinde in dieser Frühzeit (um 1840) zu kämpfen hatte,
spiegeln sich auch im Streit um die Beerdigungsrechte wider. Auf dem eigentlich
kommunalen Friedhof sollte für Grabstellen verstorbener Protestanten eine
Nutzungsgebühr an die katholische Kirchenkasse entrichtet werden. Auf dem
Höhepunkt des Streits wurde Protestanten die Bestattung auf dem Friedhof
verweigert. Daraufhin wurde 1848 ein eigener evangelischer Friedhof errichtet.
1858 kommt Pastor Friedrich Robert Schneider nach Lippspringe
und legt den Grundstein für die Neuordnung und finanzielle Konsolidierung der
Gemeinde. 1859 erfolgte die Festlegung des lutherischen Bekenntnisstandes der
aus Lutheranern und Reformierten gewachsenen Gemeinde.
1864 stellt die Evangelische
Kirchengemeinde Bad Lippspringe ihre organisatorische Selbständigkeit fest.
1863/64 wird die Kirche um drei
Apsiden erweitert, in denen Sakristei, Altarraum und Bänke für
tuberkulosekranke Kurgäste untergebracht werden.
Schon 1866 manifestieren sich auch
die diakonischen Aktivitäten der Gemeinde: ein Frauen-Asyl bietet entlassenen
weiblichen Strafgefangenen Unterkunft und Resozialisation, ein ehemaliges Hotel
wird in ein Diakonissen-Pflegehaus für mittellose Lungenkranke umgewandelt.
Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts
nimmt der Kurbetrieb raschen Aufschwung, auch die Zahl der Gemeindemitglieder
wachst an, so wird in den Jahren 1899/1900 der Anbau der Seitenschiffe an die
Kirche notwendig.
Die Planungen zur Errichtung einer
„ländliche Kolonie“ als Rehabilitationsmaßnahme für mittellose jugendliche
Lungenkranke werden durch den 1. Weltkrieg verzögert. Anstelle der ursprünglichen
Planung wird 1917 das Martinstift als evangelisches Beleg-Krankenhaus
eingeweiht. (1977 erfolgt die Umwandlung in ein Alten- Wohn- und Pflege-Heim.)
Hitler-Regime und Zweiter Weltkrieg
bedeuten auch für die Kirchengemeinde einen großen Umbruch. 1934 beschließt das
Presbyterium, sich der Bekenntnissynode zu unterstellen.
Durch den Zuzug der Flüchtlinge und
Vertriebenen nach 1945 steigt die Zahl der Gemeindemitglieder auf das Doppelte
an. Auch in dieser Zeit begegnen die evangelischen Christinnen und Christen oft
der Distanz und Ablehnung der „alteingesessenen“, d.h. in der Mehrheit
römisch-katholischen Bevölkerung.
Besonders in Neuenbeken, Benhausen
und Marienloh wohnen jetzt viele Evangelische, die ihre Prägung und Tradition
aus Schlesien und Ostpreußen mitbringen. Die Gemeinde erwirbt die ehemalige
Mädchenschule in Neuenbeken, im dann so benannten Johann-Heermann-Haus entsteht
eine zweite Gottesdienststätte.
Die Gemeinde wächst durch Zuzug von
Menschen, die in Paderborn oder in den Lippspringer Kurkliniken arbeiten und so
wird 1961 bei der Renovierung und Umgestaltung der Kirche dem größeren
Platzbedarf durch eine vergrößerte Empore und den engeren Einbau von Bänken
Rechnung getragen.
Das Aufblühen der Computer-Branche
in Paderborn bringt junge Familien aus dem ganzen Bundesgebiet nach Bad
Lippspringe. Viele Menschen aus dem Ruhrgebiet und aus Berlin finden aber auch
nach der Pensionierung ein neues Zuhause in Gemeinde und Stadt.
In den 90er Jahren des 20.
Jahrhunderts ziehen dann viele Menschen aus den Staaten der ehemaligen
Sowjetunion zu.
Die Geschichte der Evangelischen
Kirchengemeinde Bad Lippspringe ist eine Geschichte von Menschen, die in diese
Gemeinde ziehen, ihre Traditionen und Glaubensvorstellungen mitbringen und
jetzt das Gesicht der evangelischen
Gemeinde mit prägen.
Über eine große Zahl vielfältig orientierter Gruppen und
Kreise ist die Kirchengemeinde in einer Fülle von Arbeitsfeldern aktiv.
Bibelgeschichten (monatlich)
Flötenkreis
Frauenabendkreis (einmal im Monat)
Frauen-Bibel-Kreis (einmal im
Monat)
Frauenfrühstück (2-3mal im Jahr)
Frauenhilfe (14tägig)
Frauenkreis „Der letzte
Do(nnerstag)“ (einmal im Monat)
Frühstücksgespräch
Jugendgruppe (wöchentlich)
Kantorei (wöchentlich)
KiGo-Vorbereitungsteam (14tägig)
Kirchlicher Unterricht (regelmäßig
für Konfirmanden, Trägerkreis aus Eltern und ehrenamtlichen Helfern).
Kurgast- BegleiterInnen
Lektorenkreis
Männer-Koch-Gruppe (monatlich)
Meditationsgruppe (monatlich)
Miniclubs (6 Gruppen, wöchentlich)
Ökumenischer Frauenkreis
(unregelmäßig etwa alle 6 Wochen)
Offenes Gemeindezentrum / Eine-Welt-Stand
/ Bibelbüchertisch (monatlich)
Posaunenchor (wöchentlich)
Seniorentreff (einmal im Monat)
Theatergruppe (monatlich)
Versammlung der Spätaussiedler
(zweimal pro Woche)
Familienfreizeit
Friedensdekade
Kinderbibeltag
Ökumenische Bibelwoche
Ökumenische Frühschichten (im
Advent)
Tägliche Andacht im Advent
Weltgebetstag
Gemeindeleben in Zahlen
Allsonntäglich zwei Gottesdienste
(Neuenbeken und BL) mit jeweils etwa 15 bzw. 120 Teilnehmern und
Teilnehmerinnen
Alle vierzehn Tage
Jugendgottesdienst
Alle vierzehn Tage
Kindergottesdienst
Krabbelgottesdienste (einmal pro Quartal)
Gottesdienste und Andachten in den
Kindergärten und Schulen am Ort (außer kath. Grundschule)
Gottesdienste und Andachten in den
Altenheimen
Regelmäßige Gottesdienste und
Andachten in den Kurkliniken
Regelmäßige ökumenische
Gottesdienste
|
|
2006 |
2005 |
|
Taufen |
68 |
47 |
|
KonfirmandInnen |
65 |
37 |
|
Trauungen |
12 |
16 |
|
Bestattungen |
67 |
67 |
|
Abendmahlsgäste |
2248 |
2777 |
|
Eintritte |
3 |
6 |
|
Austritte |
13 |
16 |
Die evangelische Kirche Bad Lippspringe
ist Teil der Stadt Bad Lippspringe und prägt das Leben von Bad Lippspringe mit.
Die Gebäude der Gemeinde (Kirche, Gemeindezentrum, eins der beiden Pfarrhäuser)
liegen geographisch zentral, sie sind für jede/n LippspringerIn gut sichtbar
und erreichbar.
(Auch) durch ökumenische
Veranstaltungen ist die evangelische Kirchengemeinde offen für Mitglieder
anderer Konfessionen und Religionsgemeinschaften; diese nutzen entsprechende
Angebote gerne.
Kulturelle Angebote der ev. Kirchengemeinde
wie etwa Konzerte oder Lesungen ziehen auch Kirchenferne oder nicht kirchlich
gebundene Menschen an.
Bei wichtigen Ereignissen oder
Veranstaltungen der Stadt Bad Lippspringe bzw. innerhalb der Stadt Bad
Lippspringe sind Vertreter der ev. Kirchengemeinde eingeladen.
Der Kontakt zwischen Vertretern der
Stadt und der evangelischen Pfarrerschaft ist gut.
Dies gilt auch für die Paderborner
Ortsteile.
Die Evangelische Kirchengemeinde Bad Lippspringe ist Teil
des Kirchenkreises Paderborn-Höxter.
Durch die räumliche Nähe zum Oberzentrum Paderborn mit
Sitz der kreiskirchlichen Dienste und Verwaltung gestaltet sich die
Zusammenarbeit größtenteils intensiv und problemlos.
Die Gemeinde gehört innerhalb des Kirchenkreises zur
Region „Paderborn Land“. Eine Kooperation mit den anderen Gemeinde der Region
geschah bislang auf der Ebene der Jugendarbeit (die Jugendreferentin teilte
ihre Arbeitszeit zwischen den Gemeinden auf),
und auf der Ebene des pfarramtlichen Dienstes (regelmäßige Treffen des
Regionalkonventes.) Jährlich findet ein gemeinsamer Regional-Gottesdienst statt.
Die evangelische Gemeinde Schlangen in unmittelbarer
Nachbarschaft Bad Lippspringes gehört zur lippischen Landeskirche. Kontakte
hier gibt es hauptsächlich durch Vertretungen bei Amtshandlungen. Weitere
Kontakte sind im Aufbau.
Die PfarrerInnen und das
Presbyterium koordinieren die Arbeitsfelder der Kirchengemeinde und leiten
Gremien der Kirchengemeinde.
hauptamtlich: zwei
Gemeinde-PfarrerIn, Kurseelsorgerin, Gemeindesekretärin, Küster,
Kirchenmusiker, Kindergarten (7 Erzieherinnen, 1 Kochfrau, 1 Reinigungskraft)
nebenamtlich: Küster Neuenbeken, 1
Mitarbeiter zur Pflege der Außenanlagen Kirche /Gemeindezentrum, 1 Putzkraft
Jugendraum Pfarrhaus Hermannstr., 1 Mitarbeiter zur Pflege der Außenanlagen im
Kindergarten
ehrenamtlich: Presbyterium, v.a.
Kirchmeister, et al
Mitarbeitende:
Mitarbeitende im Haupt-, Neben-,
und Ehrenamt sind der Schatz der Gemeinde. Das Miteinander soll von
Wertschätzung und Vertrauen geprägt sein. Für Haupt- und nebenamtlich Arbeitende
soll die Kirchengemeinde einen sicheren Arbeitsplatz mit fairer Bezahlung
bieten. Ehrenamtlichen soll Unterstützung und Qualifikationsmöglichkeit
angeboten werden.
Ziel:
Ein Mitarbeitendentreff 3-4x im
Jahr als Forum für Absprachen und Informationen soll die Kommunikation
verbessern.
Kirche
Gemeindezentrum
Johann-Heermann-Haus, Neuenbeken
2 Pfarrhäuser
Kindergarten
Friedhof
Wohnhaus Mühlenflößstr. (vermietet)
Biblisches Leitbild:
In allem Engagement und allen
Ansätzen fühlen wir uns dem Gleichnis Jesu vom Senfkorn verbunden (Mk 4,30-32):
Und Jesus sprach: Womit wollen wir das Reich Gottes vergleichen, und durch
welches Gleichnis wollen wir es abbilden?
Gott ist es, der die Anfänge
schenkt und auch das Gelingen. Gott schenkt für das kommende Reich den Anfang
und die Grundzüge der Entfaltung. Im Kleinen liegt die Kraft zum Großen. In
kleinen Kernen und Gruppen ist schon die Gestalt der ganzen Kirche enthalten,
in Teilbereichen liegt die Energie zum Wachsen des Ganzen. Das Gleichnis vom
Senfkorn ist die Geschichte der Hoffnung auf Leben und das Ernstnehmen der
kleinen Kräfte und Schritte.
Im Gleichnis vom Senfkorn finden
wir unser Bemühen wieder, auf das Kleine, Namenlose, Unscheinbare zu achten und
unsere Hoffnung, dass Kirchengemeinde ein Raum sein kann, in dem Menschen
Freiheit und Geborgenheit finden.
„Theologische“ Ausrichtung bzw.
Prägung
Aus der geschichtlichen Tradition
ist die evangelische Kirche Bad Lippspringe lutherisch geprägt. Durch die
unterschiedlichen Traditionen der zugezogenen Gemeindeglieder („Gemeinde mit
Zuzug“ , vgl. Abschnitt ‚Geschichte der Kirchengemeinde‘) wurden und werden
aber immer wieder auch unterschiedliche Akzente gesetzt. Das Spektrum der ihr
zugehörigen Personen, Gruppen und Kreise reicht von der theologisch eher
konservativen Aussiedlerversammlung über volkskirchlich geprägte Gruppen wie
Frauenhilfe und Seniorentreff bis hin zur ökumenisch arbeitenden Gruppen. Dies
wird als Reichtum empfunden, nicht etwa als Mangel. Gemeinsam ist allen
Beteiligten eine große Toleranz.
In der Schrift „Unser Handeln“ – beschreibt die
Evangelische Kirche von Westfalen zehn Ziele des kirchlichen Lebens
entsprechend dem Kirchenbild der Landeskirche. In den folgenden Absätzen
reflektieren wir diese Ziele an Hand unserer Gemeinde.
·
Diaspora
Bad Lippspringe liegt in
katholischem Umfeld. Katholische Bräuche und katholische Frömmigkeit sind den
evangelischen Gemeindegliedern nicht fremd. Die eigene Kirchlichkeit und die
eigene Frömmigkeit werden zum „Katholischen“ bewusst ins Verhältnis gesetzt.
·
Ökumene
Die Ökumene wird in Bad Lippspringe
sowohl von katholischen wie auch von evangelischen Christinnen und Christen
gepflegt und hochgeschätzt. Es finden (informelle und formelle) Treffen der evangelischen
und katholischen Pfarrerschaft statt und gibt es ökumenische Gruppen, Kreise
und Veranstaltungen.
Die Kirchengemeinde ist
Mitgründerin des „Ökumenischen Treff – Eine Welt – Bad Lippspringe e.V.“ Es
handelt sich hier um einen eingetragenen Verein zur Pflege ökumenischer
Kontakte vor Ort in extra angemieteten Räumen in der Lippspringer
Fußgängerzone.
Viele Mitglieder der Kantorei, wie
auch anderer Gemeindegruppen, gehören zu einer der katholischen Gemeinden.
Der Kirchenkreis Paderborn hat eine
Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Kusini B – Ilimera in Tansania, an dieser
Partnerschaft sind auch Lippspringer und Lippspringerinnen beteiligt.
Durch persönliche Kontakte ist die
Gemeinde verbunden mit der Initiative „Stern der Hoffnung“ in Sao Paulo (Brasilien),
mit Gemeinden der UCC (USA) und mit der Initiative Ata’a, Beit Jala
(Palästina).
·
Dialog der Religionen
Die evangelische Gemeinde hat einen
guten regelmäßigen Kontakt zur ortsansässigen Moscheegemeinde und ist eine der
Trägerinnen des jährlich stattfindenden „Gebetes der Religionen“.
Ökumene und interreligiöses
Gespräch:
Begegnung und Dialog mit
christlichen und nicht-christlichen Gesprächspartnerinnen und –partnern ist
eine Bereicherung für eigene Glaubensstandpunkte. Sie öffnen Horizonte und fördern
die Klärung eigenen Profils.
·
„Gemeinde mit Zuzug“
Während die Katholiken – jedenfalls
seit der Gegenreformation – die eigentlich Einheimischen und Alteingesessenen
sind, sind die Protestanten in verschiedenen „Wellen“ seit der Säkularisation
erst zugezogen, mit der letzten „Welle“ kamen v.a. russlanddeutsche
Spätaussiedler Mitte der 90er Jahre.
Dieses „wellenmäßige“ Anwachsen der
Gemeinde hat ihr Wesen mitgeprägt: Es gibt Gruppen und Kreise
unterschiedlichsten Gepräges, mit voneinander verschiedenen Frömmigkeitsstilen
und unterschiedlicher theologischer Schwerpunktsetzung – alle unter dem einen
Dach der evangelischen Kirchengemeinde.
·
„Kirche fragt nach“
Im Jahr 2006 beteiligte sich die Kirchengemeinde an der
Aktion der Landeskirche „Kirche fragt nach“.
Im Rahmen dieser Aktion wurden über 100 Interviews mit repräsentativ
ausgesuchten Gemeindemitgliedern geführt.
Sowohl das „besucht werden“ als auch das aktive Besuchen wurde von allen
Beteiligten vielfach als ein Segen wahrgenommen. Deutlich wurde, dass
insbesondere wegen der nicht vorhanden Infrastruktur eines öffentlichen
Nahverkehrs mit den Paderborner Stadtteilen Neuenbeken und Benhausen Defizite
in der möglichen Bindung an die Kirchengemeinde vorhanden sind, die überwunden
werden müssen. Die wenigen „Evangelischen“ in den Dörfern legen dadurch einen
um so höheren Wert auf den Erhalt evangelischer Gottesdienste vor Ort.
Von den meisten Befragten bekam die
Gemeinde in dieser Aktion gute bis sehr gute Noten. Etwa 1/3 der Befragten
hatten zu vielen dieser Punkte jedoch keine Meinung, da sie insgesamt über zu
wenige Kenntnisse über die konkrete Gemeinde haben. Dies ist zum einen
wahrscheinlich auf die verhältnismäßig große Fluktuation in der Lippspringer
Bevölkerung zurückzuführen, andererseits aber sicherlich auch auf zu geringen
Bemühen um Neuhinzugezogene. Deshalb hat sich die Gemeinde das Ziel gesetzt,
bis zum Sommer 2008 einen Flyer für Neubürger zu erstellen, der nach
Möglichkeit durch eine noch zu organisierende Besuchsgruppe zukünftig allen
Hinzuziehenden persönlich überreicht wird.
Nicht regelmäßig, aber immer wieder werden bei passendem Anlaß
auch Gottesdienste außerhalb des Kirchengebäudes gefeiert, so z.B. der
Mitternachtsgottesdienst am Heiligabend in der Scheune eines Bauernhofs,
Gottesdienste im Kurpark oder Kindergarten.
Die Ergebnisse der Aktion „Kirche
fragt nach“ haben gezeigt, dass nur 5,6% aller Befragten die Gemeinde als „gar
nicht oder wenig“ offen und einladend einschätzen, dagegen 54% dies als „gut
oder sehr gut“.
Der Gottesdienst in verschiedenen
Formen ist das Zentrum des Gemeindelebens. Er soll auch für (Kur-)gäste
einladend und transparent sein. Ziel ist die Ermutigung vieler
unterschiedlicher Menschen und Gruppen der Gemeinde, Gottesdienste selbst (mit)
zugestalten.
Die Liturgie des Hauptgottesdienstes wurde in einem für
alle Gemeindemitglieder offenen Kreis unter Leitung des Presbyteriums
erarbeitet und regelmäßiger Prüfung auf Verbesserung unterzogen. Beteiligt an
diesem Prozess ist auch die landeskirchliche „Arbeitsstelle Gottesdienst und
Kirchenmusik“.
Taufen, Konfirmationen und viele andere Möglichkeiten
(z.B. besondere Gäste aus der Ökumene, Musikalische Werke etc.) werden nach
Möglichkeit in den sonntäglichen Hauptgottesdienst eingebunden. So ist trotz
„einheitlicher Liturgie“ kein Gottesdienst wie der andere.
Neben den Hauptgottesdiensten werden regelmäßig
zielgruppenspezifische oder themenorientierte Gottesdienstangebote gemacht, für
Jugendliche, Frauen, Familien mit Kindern im Krabbelalter, Gottesdienste in
Altenheimen, Friedensgebete etc.
Die Kurseelsorge hat in Bad Lippspringe eine besondere
Stellung und Bedeutung. Mit dem „Medizinischen Zentrum für Gesundheit“
(Kuranstalten) gibt es eine langjährige Zusammenarbeit. Durch den
Strukturwandel in der Kur (die Kurgäste haben eine kürzere Verweildauer in den
Kliniken und sind in der Regel kränker als
noch vor 10 Jahren) ist die Bedeutung der eigenen Seelsorgestelle noch
gewachsen. Gemeinde öffnet sich durch Gastfreundschaft und durch die Begleitung der Kurgäste für die
Kurseelsorge. Kurgäste nehmen teil am Gemeindeleben.
Die PfarrerInnen bereiten unter
Beteiligung der Gemeinde den Gottesdienst vor und leiten ihn.
Ehrenamtlich Aktive übernehmen
häufig wie selbstverständlich die Begleitung von Menschen in schwierigen
Lebenslagen. Eine bessere Vernetzung und Austausch der vielen ehrenamtlichen Aktiven
kann diese Arbeit weiter stärken.
·
Kindergarten
Die Gemeinde ist Trägerin einer
Tageseinrichtung für Kinder. Eltern und Kindern können so im täglichen Miteinander
durch die Erzieherinnen christliche Werte vermittelt und aktiv vorgelebt
werden. Gemeinsame Gottesdienste und Andachten im Kindergarten oder in der
Kirche sind regelmäßiger Bestandteil des Kindergartenjahres.
In der Konzeption des Kindergartens
heißt es:
„Unser Träger [die Kirchengemeinde] zeigt großes Engagement in der
Zusammenarbeit mit uns Erzieherinnen und den Eltern und vertritt unsere Belange
in der Öffentlichkeit. Er unterstützt uns
auf vielfältige Weise in unserem Kindergartenalltag und unserer
religionspädagogischen Arbeit. (Andacht mit Kindern in der Einrichtung,
Begleitung bei Elternabenden, Dienstbesprechungen, Mithilfe bei Festen und
Feiern) Das große Vertrauen und die tiefe Wertschätzung des Trägers uns
gegenüber prägt das gute Arbeitsklima.“ (Kindergarten-Konzeption, S. 40)
Der Evangelische Kindergarten genießt einen ausgesprochen guten Ruf in Bad
Lippspringe; es existiert immer eine Warteliste, auch wenn Plätze in anderen
Einrichtungen frei sind.
Beispielhaft ist hier das Mittagsangebot
(vorzugweise frische Vollwertkost aus ökologischem Anbau) durch eine
ausgebildete Ernährungsberaterin zu nennen. Durch die aktive Beteiligung der
Kinder an der Zubereitung der Speisen wird ihnen der Wert richtiger Ernährung
mit auf den Weg gegeben.
Der evangelische Kindergarten ist
wesentlicher Bestandteil der Gemeindearbeit. In ihm zeigen sich u.a. auch
exemplarisch die diakonischen, ökumenischen und integrativen Schwerpunkte der
Kirchengemeinde.
·
Diakonie
Die Gemeinde ist Gesellschafter des
Altenheims Martinstift in der Rechtsform der gemeinnützigen GmbH. Darüber
hinaus gibt es vielfältige Vernetzungen z.B. durch die regelmäßigen
Gottesdienste (14tägig) und einen Besuchdienst.
Wort und Tat sind in der Gemeinde
eng aufeinander bezogen. Mit unseren diakonischen Angeboten wollen wir Menschen
in ihrer Würde wahrnehmen und ihnen partnerschaftlich begegnen. Diakonie ist
auch Ausdruck von Solidarität. Die Diakonie Paderborn-Höxter e.V. wird u.a.
konkret durch die Schuldnerberatung in Bad Lippspringe tätig.
Mitglieder der evangelischen
Kirchengemeinde arbeiten aktiv mit beim „Runden Tisch Bad Lippspringe“, der
alle in sozialen Bereichen tätige Ämter und Ehrenamtlichen, Institutionen,
Sozialorganisationen und Wohlfahrtsverbände am Ort vernetzen soll.
Die Ermutigung zum Glauben ist eine Querschnittfunktion
aller Arbeit der Evangelischen Kirche: von den Miniclubs bis zu Seniorengruppen
wird versucht zielgruppenorientiert die Liebe Gottes zu den Menschen
weiterzusagen und miteinander zu leben.
Frauen und Männer finden in unserer
Kirchengemeinde in unterschiedlichen Gruppen Raum für ihre
Interessen und bringen ihre individuellen
Fähigkeiten in das Leben der Gemeinde ein. Frauen und Männer erfahren in den
Angeboten unserer Gemeinde ein zeitgemäßes, sich ihrem persönlichen Fragen und
Suchen zuwendendes Christentum. Sie werden ermutigt als ChristInnen in der
Gesellschaft zu wirken. Dies drückt sich u.a. auch in der Mitträgerschaft des
„Ökumenischen Treff - Eine Welt – Bad
Lippspringe e.V.“ aus und der aktiven Mitarbeit in diesem Verein.
Gesellschaftliche Verantwortung
spiegelt sich jedoch auch in vielen Gottesdiensten, in Friedensandachten, sowie
der gelegentlichen Unterstützung von Aktionen einzelner Mitglieder oder Gruppen
oder der Formulierung von Stellungnahmen des Presbyteriums zu besonderen Themen
wider.
Wir sind eine Gemeinschaft, in der Frauen wie Männer,
Kinder wie Erwachsene mit ihren Anregungen, ihrer Kritik und ihrer Mitwirkung
das kirchliche Leben gestalten und immer wieder von neuem bereichern. Das
„Priestertum aller Gläubigen“ wird von uns als Kraftquelle des Evangelischen im
Sonn- und Alltag immer wieder gefördert.
Exemplarisch ist hier die Kirchenmusik zu nennen.
Es gibt einen Posaunenchor mit gut
20 Aktiven, einen Flötenkreis (6 Frauen) und eine Kantorei (ca. 60
SängerInnen), geleitet vom Kantor der Gemeinde. Das Kirchenmusikangebot ist
vielfältig, offen und lädt zur aktiven Teilnahme ein. Schwerpunkt der
Kirchenmusik ist die klingende Verkündigung, im Gottesdienst genauso wie in der
Aufführung größerer Werke wie Oratorien und Kantaten.
Unsere Kirchenmusik
leistet einen wesentlichen Beitrag zur Integration und zur Identifikation mit
der Gemeinde für Kirchennahe und
Kirchenferne. Sie stellt einen wichtigen Anteil am kulturellen Angebot des
Kurstadt Bad Lippspringe dar.
·
Bildungsgruppen, Männer- und Frauengruppen
Zum Selbstverständnis der Evangelischen Kirche Bad
Lippspringe gehört das Bildungshandeln. Im kirchlichen Unterricht, wie in
verschiedenen Gruppen und Veranstaltungen für Erwachsene stärken wir Menschen
auf dem Weg zu mündigen Christinnen und Christen, die ihren Platz in der
Gemeinde finden und Verantwortung auch
in der Gesellschaft übernehmen.
Durch die strukturelle Situation der Gemeinde nahe am
Oberzentrum Paderborn ist diese Aufgabe in der Lebensphase zwischen 14 und
Mitte 20 schwierig zu gestalten, da sich Jugendliche nach Paderborn
ausrichten. Umso wichtiger ist es an
dieser Stelle, dass die Jugendlichen durch die kreiskirchliche Jugendarbeit
erreicht werden.
© Ev. Kirchenkreis Paderborn 28.08.07