Weltgebetstag
2008: Guyana
Der Weltgebetstag ist ein „Fenster zur Welt“ – oder wissen Sie auf Anhieb, wo Guyana liegt und was die Besonderheiten dieses kleinen Landes ausmachen? Obwohl auf dem südamerikanischen Kontinent gelegen, gehört Guyana geschichtlich, wirtschaftlich und kulturell zu den karibischen Ländern.
Bis heute ist die Prägung durch die Kolonialmächte Niederlande, Spanien und England spürbar. Neben wenigen Menschen mit europäischen oder chinesischen Wurzeln sind die nur ca. 750 000 GuyanerInnen zumeist Afro-GuyanerInnen (31%) und Indo-GuyanerInnen (43%). Guyana, „Land der vielen Wasser“, hat nur einen 70 km breiten Küstenstreifen, der landwirtschaftlich genutzt werden kann - vor allem für Zuckerrohr- und Reisanbau. Dort liegen die meisten Städte, auch die Hauptstadt Georgetown, in der 170.000 Menschen leben. Das Landesinnere ist gebirgige Savanne mit tropischem Regenwald – heute noch zu 80%, aber das ausbeutende Abholzen, und damit die Zerstörung einer einmaligen Flora und Fauna, hat schon begonnen. Die indigene Bevölkerung (ca. 9%), die sich Amerindians nennt, lebt in diesen Gebieten überwiegend von dem, was sie selbst anbauen. Wenn abgeholzt wird oder Bodenschätze abgebaut werden, müssen sie weichen – sie haben zwar Landrechte, aber was „unter der Erde ist“, gehört dem Staat. Guyana ist nach Haiti das ärmste Land der Karibik, trotz der Bodenschätze Bauxit, Diamanten und Gold.
Die Verfasserinnen der Liturgie bringen uns das biblische Buch Hiob näher und bitten wie Hiob um Gottes Weisheit zur Bewältigung der Probleme in ihrem Land – u.a. Unterschiede und Spannungen zwischen den verschiedenen Ethnien.
Die britische Kolonialmacht und später auch weitere ausländische und guyanische Mächte haben sich diese Spannungen zu Nutze gemacht. Politische Parteien sortierten sich nach ethnischer Zugehörigkeit, und ihre Anhänger kämpften erbittert und gewaltvoll gegeneinander. Korruption, Gewalt und Intrigen brachten Guyana an den Rand des Ruins. Viele Menschen wanderten aus, und heute leben fast mehr GuyanerInnen im Ausland als in der ehemaligen Heimat. Mit ihren Geldüberweisungen unterstützen sie im Land verbliebene Verwandte und leisten damit auch einen wichtigen Beitrag zu Guyanas Wirtschaft. Die aktuelle Regierung bemüht sich um innenpolitische Stabilität und Wirtschaftswachstum. Neben den ausländischen Investoren kehren nun auch wieder Ausgewanderte hoffnungsvoll in ihre Heimat zurück.
Mehr über Guyana erfahren Sie bei den Vorbereitungsveranstaltungen am:
Montag, 11. Februar, 19.30 Uhr
oder
Mittwoch, 13. Februar, 15 Uhr
jeweils im ev. Gemeindezentrum

Gottes Weisheit schenkt neues Verstehen. Die Weltgebetstagsfrauen aus elf Konfessionen (gut die Hälfte der Bevölkerung sind Christen, 2/3 protestantisch, 1/3 katholisch, die anderen meist Hindus) sind voller Zuversicht, dass sie mit Gottes Hilfe neue Wege im Zusammenleben ihrer verschiedenen Bevölkerungsgruppen finden werden. „Gott, lass uns deiner Weisheit vertrauen und Werkzeuge werden, die unsere Gesellschaft so umgestalten, wie du sie gewollt hast“, heißt es in ihrer Liturgie. Die Weltgebetstagsfrauen in Guyana laden zu Gebet in Ehrfurcht und Vertrauen zu Gott ein und ermutigen uns zu weisem Tun zum Wohl der Menschen!
Gottesdienst zum Weltgebetstag
Freitag, 7. März 2006
15 Uhr in Lippspringe, katholische Kirche St. Martin,
und
19 Uhr in der katholischen Kirche Neuenbeken.