Der Weltgebetstag 2011 kommt aus „dem letzten Winkel der
Welt“, wie die Chileninnen und Chilenen selbst ihr Land nennen. Er geht mit
der Titelfrage „Wie viele Brote habt ihr?“ sogleich „zur Sache“: Ihr
Christinnen und Christen weltweit – was habt ihr zu bieten? Was tut ihr
gegen den Hunger in der Welt? Was und wo sind eure Gaben, eure Fähigkeiten,
die ihr teilen und einsetzen könnt, dort, wo sie gebraucht werden?
Wie viele Brote habt ihr? fragte Jesus seine Jünger, die ratlos vor den
5.000 Hungrigen standen und ermutigte sie zum gesegneten Teilen der geringen
Brotvorräte. Und alle wurden satt. Diese Mutmachgeschichte aus dem
Markus-Evangelium stellen die Weltgebetstagsfrauen in den Mittelpunkt ihres
Gottesdienstes.

Die Weltgebetstagsbewegung in Chile ist jung. Erst im Jahr
2000 haben Frauen, die in verschiedenen Fraueninitiativen engagiert waren,
eine Gruppe gebildet, aus der heraus das WGT-Komitee erwachsen ist. Ein
Zeichen für ökumenische Tatkraft, die für das überwiegend
römisch-katholische Chile (gut 70%) etwas Neues ist. Auch unter den ca. 15%
protestantischen Christinnen und Christen war Ökumene bisher kaum ein Thema.
Ökumenisches Miteinander ist schon geografisch gesehen nicht leicht: Die
Schriftstellerin Isabel Allende nennt ihre Heimat Chile ein „spannelanges
Land... wo alle Wege enden an dieser Lanze im Süden des Südens von Amerika,
viertausenddreihundert Kilometer Berge, Täler, Seen und Meer.“ Dieser
schmale, klimatisch sehr gegensätzliche Küstenstreifen wird von rund 16 Mio.
Menschen bewohnt, die sich scharf in Reich und Arm und die verschiedenen
Bevölkerungsgruppen aufspalten. Im Gefolge des Spaniers Magellan, der 1520
das Land hinter den Anden „entdeckte“, wurde gegen die indigene Bevölkerung
um Land und Lebensrechte gekämpft. Und bis heute kämpfen die indigenen
Völker Chiles, die ca. 10% der Einwohner ausmachen, um ihre Rechte: die
Aymaras ganz im Norden und vor allem die Mapuche im Süden.
In der Weltgebetstagsliturgie werden wir nicht nur in der Landessprache
Spanisch begrüßt, sondern auch mit Worten aus den indigenen Sprachen. Ein
Hoffnungszeichen, dass unter Christinnen und Christen die ethnischen Grenzen
überwunden werden sollen. Vom 19. Jhd. an wurden Deutsche - überwiegend
evangelisch-lutherischer Konfession – auf fruchtbarem Land der Mapuche
angesiedelt. Vergessen ist das nicht. Auch andere dunkle Zeiten und vor
allem die schlimmen Jahre der Militärdiktatur unter Pinochet von 1973 bis
1990 sind unvergessen und kommen auch in der Gottesdienstordnung zur
Sprache. Als die Liturgie schon fertig geschrieben war, erschütterten das
Land das Erdbeben und die Flut vom Februar 2010. Aber das Thema der
Liturgie: Wie viele Brote habt ihr? wurde für die Verfasserinnen zur
aktuellen Überlebensfrage und zur dringenden Bitte nach Solidarität an alle
Christinnen und Christen weltweit.
Mehr über Chile erfahren Sie am:
Montag, 7. Februar 19.30 Uhr
(Frauenabendkreis)
Mittwoch, 23. Februar, 15 Uhr (Frauenhilfe)
oder
Donnerstag, 24. Februar, 20 Uhr (Der letzte Do)
jeweils im Evangelischen Gemeindezentrum, Detmolder Str. 173
Am 28. Februar um 19.30 Uhr wird Rita Waltemode in ihrer Buchhandlung,
Marktstr. 1, Literatur aus und über Chile vorstellen.
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Gottesdienste zum Weltgebetstag
Freitag, 4. März 2010
15 Uhr in Bad Lippspringe, katholische Kirche St. Martin
und
19 Uhr in der katholischen Kirche Neuenbeken.
© Ev. Kirche Bad Lippspringe 15.02.11