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Wie viele Brote habt ihr?

Weltgebetstag aus Chile
Freitag, 4. März 2011

Der Weltgebetstag 2011 kommt aus „dem letzten Winkel der Welt“, wie die Chileninnen und Chilenen selbst ihr Land nennen. Er geht mit der Titelfrage „Wie viele Brote habt ihr?“ sogleich „zur Sache“: Ihr Christinnen und Christen weltweit – was habt ihr zu bieten? Was tut ihr gegen den Hunger in der Welt? Was und wo sind eure Gaben, eure Fähigkeiten, die ihr teilen und einsetzen könnt, dort, wo sie gebraucht werden?

Wie viele Brote habt ihr? fragte Jesus seine Jünger, die ratlos vor den 5.000 Hungrigen standen und ermutigte sie zum gesegneten Teilen der geringen Brotvorräte. Und alle wurden satt. Diese Mutmachgeschichte aus dem Markus-Evangelium stellen die Weltgebetstagsfrauen in den Mittelpunkt ihres Gottesdienstes.

Bild aus Chile zum Weltgebetstag 2011

 

Die Weltgebetstagsbewegung in Chile ist jung. Erst im Jahr 2000 haben Frauen, die in verschiedenen Fraueninitiativen engagiert waren, eine Gruppe gebildet, aus der heraus das WGT-Komitee erwachsen ist. Ein Zeichen für ökumenische Tatkraft, die für das überwiegend römisch-katholische Chile (gut 70%) etwas Neues ist. Auch unter den ca. 15% protestantischen Christinnen und Christen war Ökumene bisher kaum ein Thema. Ökumenisches Miteinander ist schon geografisch gesehen nicht leicht: Die Schriftstellerin Isabel Allende nennt ihre Heimat Chile ein „spannelanges Land... wo alle Wege enden an dieser Lanze im Süden des Südens von Amerika, viertausenddreihundert Kilometer Berge, Täler, Seen und Meer.“ Dieser schmale, klimatisch sehr gegensätzliche Küstenstreifen wird von rund 16 Mio. Menschen bewohnt, die sich scharf in Reich und Arm und die verschiedenen Bevölkerungsgruppen aufspalten. Im Gefolge des Spaniers Magellan, der 1520 das Land hinter den Anden „entdeckte“, wurde gegen die indigene Bevölkerung um Land und Lebensrechte gekämpft. Und bis heute kämpfen die indigenen Völker Chiles, die ca. 10% der Einwohner ausmachen, um ihre Rechte: die Aymaras ganz im Norden und vor allem die Mapuche im Süden.

In der Weltgebetstagsliturgie werden wir nicht nur in der Landessprache Spanisch begrüßt, sondern auch mit Worten aus den indigenen Sprachen. Ein Hoffnungszeichen, dass unter Christinnen und Christen die ethnischen Grenzen überwunden werden sollen. Vom 19. Jhd. an wurden Deutsche - überwiegend evangelisch-lutherischer Konfession – auf fruchtbarem Land der Mapuche angesiedelt. Vergessen ist das nicht. Auch andere dunkle Zeiten und vor allem die schlimmen Jahre der Militärdiktatur unter Pinochet von 1973 bis 1990 sind unvergessen und kommen auch in der Gottesdienstordnung zur Sprache. Als die Liturgie schon fertig geschrieben war, erschütterten das Land das Erdbeben und die Flut vom Februar 2010. Aber das Thema der Liturgie: Wie viele Brote habt ihr? wurde für die Verfasserinnen zur aktuellen Überlebensfrage und zur dringenden Bitte nach Solidarität an alle Christinnen und Christen weltweit.

Mehr über Chile erfahren Sie am:

Montag, 7. Februar 19.30 Uhr
(Frauenabendkreis)

Mittwoch, 23. Februar, 15 Uhr (Frauenhilfe)

oder

Donnerstag, 24. Februar, 20 Uhr (Der letzte Do)

jeweils im Evangelischen Gemeindezentrum, Detmolder Str. 173

Am 28. Februar um 19.30 Uhr wird Rita Waltemode in ihrer Buchhandlung, Marktstr. 1, Literatur aus und über Chile vorstellen.

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Gottesdienste zum Weltgebetstag

Freitag, 4. März 2010
15 Uhr in Bad Lippspringe, katholische Kirche St. Martin

und

19 Uhr in der katholischen Kirche Neuenbeken.
 

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© Ev. Kirche Bad Lippspringe 15.02.11