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Ein Brief aus Sao Paulo

   São Paulo, 23.04.2007

Liebe Freunde vom Stern der Hoffnung,

Vor zwei Jahren, im April 2005 habe ich unser Projekt eingereicht und die Freude war gross, als wir die Mitteilung erhielten, das es anerkannt wurde. Von diesem Zeitpunkt an begann das Warten und die Frage wann die zu erwartenden Gelder freigestellt würden. Im November letzten Jahres erhielten wir dann endlich den ersten Teil der Finanzen um zu starten. Die Räumlichkeiten wurden angemietet, Kostenvoranschläge eingeholt und die ersten Arbeiten begannen, die gesamte elektrische Installation musste verändert werden. Als ich im Februar von meiner Europareise zurückkehrte waren zwar die baulichen Veränderungen abgeschlossen und die Nähmaschinen gekauft, doch viele Dinge waren noch zu erledigen. Mit Volldampf nahm ich alles in Angriff, Verträge mit den Lehrerinnen für Patchwork abschliessen, die Ausschreibung für den Kursus und die Anmeldungen anfertigen und realisieren, Stoffe und das notwendige Zubehör kaufen u.s.w. Nicht zu vergessen, das jeder Schritt mit viel Bürokratie verbunden ist. Doch schliessendlich war es soweit, am 12 und 13 März konnten wir mit den ersten beiden Kursen beginnen..



Die Kurse finden dreimal in der Woche , drei Stunden am Vormittag und drei Stunden am Nachmittag statt und dauern drei Monate. Jeder Kursus hat 6 Schüler die HIV positiv sind oder Angehörige mit AIDS haben. Nach diesen drei Monaten bieten wir einen Aufbaukurs für die Frauen an, die an einer Fortführung der Arbeit interessiert sind.
Nachdem die Anmeldeformulare ausgefüllt und die Teilnehmer auserwählt waren, wurde mit jeder Schülerin ein Vertrag abgeschlossen der beinhaltet: das der Kursus mit keinem Arbeitsverhältnis abschliesst, eine Teilnahmebescheinigung nur ausgestellt wird wenn mindestens 90% der abgeleisteten Unterrichtstunden erfolgten, die Fahrtkosten erstattet werden und jede Schülerin eine Unterstützung von 75 Reais während des Kurses, bei Erfüllung der Auflagen des Vertrages erhält.



Heute ist Bergfest, nach sechs Wochen Kursus können wir von einem guten Resultat sprechen. Alle Frauen sind mit sehr viel Freude und Elan bei der Arbeit, fehlen nur bei Arztterminen oder Krankheit und bringen ein Attest bei Ausbleiben. Obwohl nur eine dieser Frauen nähen konnte, sind die Ergebnisse der Produkte sehr schön. Angefangen haben sie mit Applikationen auf Geschirr- und Handtüchern um die Sicherheit mit der Maschine zu bekommen, Nadelkissen und Tischsets sind die ersten Patchworkprodukte. Und was natürlich ganz besonders positive für die Frauen ist, das ich schon einen grossen Teil der Hand- und Geschirrtücher auf Bazaren und an Freunde verkaufen konnte.



Der nächste Bazar findet zum Muttertag an der Schule von meinem Pflegesohn statt auf den die Frauen mit grosser Erwartung schauen, denn hier werde ich die ersten Patchworkprodukte die Tischsets anbieten. Natürlich sind die Schülerinnen und auch ich gespannt wie unsere Arbeit angenommen wird. Die ersten Kontakte im Bereich Kunstgewerbe habe ich schon geknüpft, es ist ein begehrter Ausflugsort der Paulister im Grün der Serra da Cantareira mit einem Kunstgewerbemarkt. Hier können wir zu Ende des Jahres ein kleines Geschäft für einen akzeptablen Preis anmieten. In grosser Hoffnung, das alles so gut weiter läuft wie es begonnen hat und mit dem Wunsch Ihnen bei meinem nächsten Europaaufenthalt viel positives berichten und schöne Produkte zeigen zu können, verbleibe ich mit den besten Grüssen aus São Paulo

Ihre Ingrid Köly- Hell


 

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© Ev. Kirche Bad Lippspringe 11.05.07