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Weltgebetstag aus Panama

Weltgebetstag aus Panama Freitag, 5. März 2004


"Seid gegrüßt und seid willkommen in der Republik Panama - dem Mittelpunkt der Welt, dem Herzen des Universums!"
So grüßen Frauen des panamenischen Weltgebetstagskomitees. Ein Blick auf die Landkarte zeigt, was sie meinen: Panama verbindet Kontinente und Meere und hat durch seine Geschichte hindurch immer wieder Menschen verschiedener Ethnien, Sprachen, Religionen und Kulturen miteinander in Verbindung gebracht. Zunächst kommt der berühmte Panama-Kanal in den Sinn, aber Panama ist mehr als ein Kanal. Es ist ein Land mit vielfältigen Formen, unglaublich artenreicher Tier- und Pflanzenwelt. „Vielfalt“ ist ein Stichwort, das auch auf Panamas Bevölkerung (2,9 Mio.) zutrifft. Sie ist multiethnisch aufgrund der Geschichte von Kolonialismus, Sklaven-Handel, Eisenbahn-, Kanalbau und aktueller Migration. In Panama leben Hispano-Indigenas (62%), Weiße (12%), Schwarze und Afro-Panameños (14%), AsiatInnen (4%) und insgesamt 8% indigene Völker. Sie alle pflegen ihre eigene Sprache und Kultur.
Basis der Wirtschaft Panamas ist der Dienstleistungsbereich (Handel, Banken, Tourismus, Kanalverwaltung). Wichtige Industriezweige sind Fischverarbeitung (z.B. Krabben), Zuckermühlen, Erdölraffinerien, Brauereien und Baumaterialherstellung. Viele der großen Plantagen und Tierfarmen sind in ausländischem Besitz. Die Auslandsverschuldung Panamas ist hoch (7 Mrd. US-$), ebenso die Kosten für die geplanten Modernisierungs- und Ausbaumaßnahmen des Kanals (6 Mrd. US-$).
Die Regierung der Präsidentin Mireya Moscoso muss diese und weitere Probleme bewältigen: Immer mehr Menschen wandern von den ländlichen Gebieten auf der Suche nach Arbeit in die Städte, was z. T. zur Verelendung der Bevölkerung führt, weil Arbeitsplätze, angemessener Wohnraum und Gesundheitsversorgung fehlen. Insgesamt lebt fast 1/5 der Bevölkerung Panamas in extremer Armut. Keine einfache Situation für dieses kleine Land und seine Menschen. Aber die Schreiberinnen der Ordnung sind zuversichtlich und wollen als Frauen aktiv die Zukunft ihres Landes mitgestalten.
Ihre Gottesdienstordnung ermutigt Frauen weltweit, die Erfolge der Frauenbewegung zu würdigen, das Erreichte zu sichern und gegen Missstände, wie z.B. Gewalt gegen Frauen, vorzugehen.
Die Situation von Frauen in Panama ist sehr unterschiedlich, je nach Ethnie, familiärer und wirtschaftlicher Lage. Aufgrund von Scheidungen, Trennungen aber auch arbeitsbedingter Abwesenheit bilden allein erziehende Frauen und ihre Kinder fast ein Viertel der Familien. Frauen haben erreicht, dass Panama eine moderne Gesetzgebung zur Gleichstellung hat, die auch gegen jede Form von Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen vorgeht. Frauen arbeiten selbstverständlich in allen Berufen und Tätigkeiten und leisten einen wesentlichen Beitrag zur panamenischen Wirtschaft.
Kirche und Staat sind in Panama getrennt. Die Verfassung garantiert Religionsfreiheit. 80% gehören der römisch-katholischen Kirche an, 15% den protestantischen Kirchen, den Baptisten, Methodisten und Anglikanern. Außerdem gibt es Muslime, Angehörige der Bahai-Religion, des Buddhismus und Hinduismus sowie eine kleine jüdische Gemeinde.


Frauen gestalten aktiv Gegenwart und Zukunft der Gesellschaft in der sie leben und damit der Welt mit. Dies wird in der Gebetsordnung aus Panama deutlich. Die Schreiberinnen thematisieren auch, dass Frauen Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Glaubens und der Kirchen gestaltet haben bzw. gestalten: Die biblische Geschichte der fünf Töchter des Zelofhad, Machla, Noa, Hogla, Milka und Tirza (Numeri 26,33 – 27,11) berichtet, wie diese jungen Frauen ihr Erbrecht einfordern, nachdem ihr Vater ohne einen Sohn gestorben ist. In der Erzählung der Begegnung zwischen Maria von Magdala und dem auferstandenen Christus (Joh 20,11-18) werden Frauen mit Maria von Magdala beim Namen gerufen und mit Verkündigung beauftragt. So übernehmen Frauen Verantwortung dafür, dass die Frohe Botschaft immer wieder aufersteht und lebendig erfahrbar bleibt.
Die panamenische Künstlerin Sandra Cotes de Moreno bringt in ihrem Titelbild „Im Glauben gestalten Frauen Zukunft“ Namensdeutungen für „Panama“ in den Sprachen indigener Völker zum Ausdruck: „Fülle von Fischen“ und „Fülle von Schmetterlingen“. Frauenhände symbolisieren die verschiedenen Völker in Panama und auf der Welt. Sie bergen, formen und segnen die Erde. So kann der Baum des Glaubens, der Kreuz und Auferstehung, Tod und Leben verbindet, tief wurzeln und reiche Früchte tragen. In der gesegneten vielfältigen Schöpfung ist Gottes Berührung zu spüren.
Alle sind herzlich eingeladen zum Gottesdienst der Frauen aus Panama.
Den Weltgebetstag feiern wir ökumenisch

Freitag, 5. März 2004
15 Uhr in der Evangelischen Kirche in Lippspringe
19 Uhr in der katholischen Kirche St. Josef Marienloh.

 


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