
Gottesbilder
Predigt zum Sonntag Misericordias Domini, 6. April 2008
Pfarrerin Kerstin Heibrock, Bad Lippspringe
VI. Reihe: Hebr 13, 20-21
Der Gott des Friedens aber,
der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes,
der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen,
und schaffe in uns, was ihm gefällt,
durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.Hebr 13, 20-21
Gott des Friedens- so hören wir, und denken an mehr als an eine
Zeit ohne Krieg. Ein Bild entsteht, es zeigt uns eine Welt in
Gerechtigkeit und Miteinander.
Jesus unser großer Hirte- davon haben wir heute schon im Evangelium
gehört, Gott als Hirte, das war das Psalmwort. Ein altes Bild-
vielleicht wird es lebendig durch die vertrauten Worte zu diesem Bild:
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürcht ich kein Unglück,
denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Der Gott des Friedens hat Jesus, den Hirten, von den Toten
heraufgeführt durch das Blut des ewigen Bundes- fremde, archaische
Redeweise ist das, und doch vertraut. Christi Blut, für dich
vergossen, Christi Blut, der Kelch des Heils. Dieses Bild erleben wir,
wenn wir Abendmahl halten.
Zum Schluß das Lob Gottes, der versprochen hat, für immer bei den
Menschen zu sein: dem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ist Ewigkeit
auch ein Bild? Die Ewigkeit wird anders sein als alle unsere Bilder-
aber auch sie ein Raum für uns zum Leben, auch im Tod.
Und in der Mitte des Satzes steht das Segenswort, an uns gerichtet,
für ein Leben, das gelingt.
"Gott mache euch tüchtig in allem Guten und schaffe in uns, was ihm
gefällt." Das ist ja keine Anordnung: Seid tüchtig. Das ist auch keine
Aussage: Ihr seid tüchtig.
Das ist ein Segen, der von Gott kommt, der Lebensräume öffnet, für uns
und für andere. Zu spüren, dass Gott mir Raum zum Leben gibt, das kann
mir helfen, alles Gute zu tun, alles Gute zu denken, Segen
weiterzugeben. Ich muss meinen geschenkten Lebensraum nicht
abschließen. Ich teile diesen Raum des Lebens mit anderen.
Gutes entsteht. Das, was ihm gefällt. Und was das ist, darauf können
uns unsere Bilder hinweisen. Und werden so für andere zu einer
Erfahrung mit Gott und seinem Raum zum Leben für uns.
Vielleicht ist es eine Idee, in der kommenden Woche einem unserer
Bilder von Gott Raum in unserem Leben zu geben, im Darüber-Nachdenken,
Ausprobieren, Erinnern, Bibel-Aufschlagen.
Gott, mein Fels, meine Burg, mein Hort, mein Schild, mein Licht.
Seine Güte reicht, soweit der Himmel ist, und seine Wahrheit, so weit
die Wolken gehen. Menschenkinder finden Zuflucht unter dem Schatten
seiner Flügel. Er stellt meine Füße auf weiten Raum. Er führet mich
zum frischen Wasser. Der Herr ist mein Hirte.
Suchen Sie sich das Bild, das "Ihres" ist, und nehmen Sie es mit durch
die Woche. Dann passiert es vielleicht, dass Gutes entsteht: dann kann
ich für andere Burg oder Fels sein, dann bin ich für andere Licht im
Dunkeln, dann lasse ich andere ausruhen im Schatten. Dann stelle ich
andere auf die Füße mit viel Platz um sie herum. Oder: Selber mal
Hirte sein. Andere hüten.
Sicher nicht alles gleichzeitig, und sicher mal mehr und mal weniger
gelungen. Aber immer mit Gottes Segen.
Der Gott des Friedens aber,
der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten
heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes,
der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen,
und schaffe in uns, was ihm gefällt,
durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Hebr 13, 20-21
© Ev. Kirche Bad Lippspringe 07.04.08