
Startseite /
Predigten
WO LIEBE HERRSCHT – GIBT ES KEINEN KRIEG
Predigt am Vorletzten Sonntag des Kirchenjahres -
16. November 2008
Jan Goszyk, Bilitz-Biala (Polen) / Bad Lippspringe
Liebe Gemeinde!
Ich heiße Jan Goszyk und bin in Bilitz-Biala in Polen geboren.
Ich habe die Christliche, Theologische Akademie in Warschau
absolviert.
Seit meiner Geburt bin ich mit der Evangelischen Kirche, ebenso wie
meine ganze Familie, verbunden.
In der Kirche habe ich immer mit der Jugend gearbeitet, obwohl ich
nie die Ordination angestrebt habe.
Anschließend habe ich Geschichte studiert, und war an der
Schlesischen Universität beschäftigt.
Als ich von Herrn Peters und Pfarrer Schuchardt gefragt wurde: ob
ich ein paar Worte über den Kampf für den Frieden sagen könnte, habe
ich festgestellt, dass es doch sehr interessant sein kann.
DER KAMPF UM DEN FRIEDEN!!! Aus der Sicht eines
POLEN - hier in Deutschland, eines Polen, dessen Großvater in der
Kriegsmarine, und Vater in der Wehrmacht diente, der wenige Jahre
nach dem II Weltkrieg, in der Zeit des so genannten realen
Sozialismus, als Christ zwischen den Kommunisten, als Protestant in
Katholischen Polen, Theologie studierte.
Ich habe zahlreiche evangelische Jugend- Freizeitlager geleitet,
dort habe ich jungen Menschen Gottes Liebe und christliche Ehre für
deinen Nächsten beibringen wollen. Ich habe die Worte unseren Herren
Jesus Christus über den Frieden und Menschengleichheit gelehrt. Auch
habe ich das Wort verbreitet, dass nach dem II. Weltkrieg, der
nächste Krieg solche Auswirkungen haben wird, dass kein weiterer
stattfindet.
Heute stehe ich in der ersten Reihe mit denen, die sich die Ruhe und
den Frieden wünschen.
Dank den Tatsachen, dass die, durch den Menschen erfundenen
Landesgrenzen, endlich – wenigstens in Europa - verschwinden, bin
ich der Stimme meines Herzens - nicht des Vernunft gefolgt, und nach
Bad Lippspringe gekommen.
Nicht wir waren die, die Kriege geführt haben, nicht wir waren die,
die den „Eisernen Vorhang“ erfunden und mit Waffen gehütet haben –
wir haben nur die Konsequenzen zu tragen gehabt.
Gerade über uns, hat eine polnische Dichterin, Maria Konopnicka, in
einem Gedicht geschrieben: „...als der König in den Krieg zog…“.
Ein Gedicht in dem der Krieg in einfache Worte gefasst ist.
Der Ausbruch des Krieges dessen Ursache ein trivialer Grund ist, in
den – so schreibt die Dichterin – „...der König zieht hin, aber das
Leben auf dem Schlachtfeld wird den kämpfenden Bauern genommen...“.
Wie aktuell sind bis heute diese Worte!!!
Bis heute, in Afghanistan, lassen junge Männer, polnische und
deutsche Soldaten ihr Leben.
Wir, die der Generation zugehören, die zum Glück, Kriege
nur aus der Presse, Fernsehen, oder Büchern kennen, erschreckend
wirkt auf mich die Tatsache wie wenig uns die Gegenwart betrifft.
Irgendwo auf der Welt herrscht immer irgendein Krieg. Zivilisten und
Soldaten werden getötet -... und ... niemand weißt warum und wofür?
Wer den Befehl erteilt? ... wer den Abzug zieht?
Alles scheint so fern, fast unrealistisch zu sein.
In eigenen Häusern eingeschlossen, in den Sesseln versunken, nehmen
wir den Zustand der Ruhe und des FRIEDENS als selbstverständlich
an!!!
„...meinen Frieden gebe ich Euch...“,
(Johannes Evangelium Kapitel 14, Vers 27) das sind Worte des Jesus
Christus, die den FRIEDEN für Menschen -Herzen als Geschenk gegeben
sind.
Der Anfang jeden Friedens ist die Liebe!
Liebe, die jedem von uns berührt. Liebe – von sich selbst, über
unsere Nächsten bis zum kleinsten Lebewesen auf dieser Welt.
Überall wo Liebe und Ehre zwischen den Menschen herrscht, wo
Streitigkeiten und Konkurrenz kein Platz haben, wo Lachen und Wärme
die Gesichter schmücken, da gibt es keine Familienkriege. Dort gibt
es EHRE und LIEBE.
...WO LIEBE HERRSCHT – GIBT ES KEINEN KRIEG...
Und mit dieser Liebe, der einfachen, menschlichen Liebe – müssen wir
den FRIEDEN erkämpfen!!!
Den Frieden in uns selbst, Frieden in unseren Familien, in der
Gemeinde, in unserem Land, ...Frieden in der Welt.
„...meinen Frieden gebe ich Euch...“, leider wendet sich die Welt
immer mehr von den Worten des Jesus Christus ab. ...Noch ein
Streit...., noch ein Konflikt ! Jetzt ist genug!!!
Das Kreuz, - Jesus Christus, - die Kirche..., das ist der Platz, an
dem wir die Stille und Ruhe schöpfen sollen. Wo wir die Distanz zu
den täglichen Sorgen und Problemen finden sollen.
In unseren Gebeten die Wege der Zeit durchwandern, in den
Ereignissen und Gedanken zu der Quelle zurück zu kehren – zu
Verständnis, Liebe und Frieden.
Um allen die Hände zu reichen als Zeichen des Friedens.
Gleichzeitig zu bedenken, dass in den Worten des Herren Jesus
Christus „...damit sie alle eins seien...“ (Johannes Evangelium
Kapitel 17, Vers 21) keine Rede von Konkurrenten, gar Gegnern ist.
Die Gleichheit und Einheit des Menschen sollte in unsern täglichen
Gebeten Platz einnehmen –in dem Kampf für den Frieden.
Unsere Ruhe und den Frieden, haben wir nicht um sonst, und nicht für
die Ewigkeit erhalten!!!
Am Anfang meiner Gedanken habe ich die Worte einer polnischen
Dichterin erwähnt, zum Schluss möchte ich ein paar Worte eines
Liedes, der deutschen Sängerin Nicole zitieren:
„…ein bisschen Frieden, ein bisschen Sonne, auf diese Erde auf der
ich wohne…“
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre
eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.
AMEN
© Ev. Kirche Bad Lippspringe
16.11.08