
Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf deinen Wegen
Predigt am 1.Sonntag nach Trinitatis - 14. Juni 2009
Pfarrer Detlev Schuchardt, Bad Lippspringe
Text: Psalm 91,11-12
Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Dass sie dich auf
Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
Psalm 91 , 11-12
Friede sei mit euch und die Gnade Gottes in Jesus Christus,
unserm Herrn.
Liebe Schwestern und Brüder,
„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was
kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiß
an jedem neuen Tag“ – diese „guten Mächte“, von denen Bonhoeffer
spricht, sind die Engel. Sie bergen uns, sie behüten uns, ganz
gewiss, was auch kommen mag. Sie sind Gottes Boten, uns zum Schutz
und zum Segen gesandt.
„Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.“ So heißt es etwa im Wochenpsalm dieser Woche, Psalm 34,8.
Von Anfang an waren wir geschützt. Im Bauch der Mutter nämlich.
Von allen Seiten umgeben, versorgt mit allem, was wir zum Leben
brauchen. Wir haben schon Stimmen gehört, die der Mutter etwa. Wie
sie liebevoll und vielversprechend mit uns sprach.
Räume, die Schutz geben. Engel, die solche Räume bewachen und
eröffnen. Wir brauchen solche Räume in unserem Leben.
Rückzugsmöglichkeiten. Sonntage. Ruhe. Durchatmend können. Bewahrt
werden. Schutz erfahren.
Das ist gemeint im Psalm 91: Es ist, als ob mächtige Himmelswesen
ihre Flügel ausbreiten und sie schützend um uns legen. „Von allen
Seiten umgibst du mich“. Psalm 91.
Wer wünscht sich das nicht, auf Händen getragen zu werden und
bewahrt zu werden vor Anstößen und Schmerzen.
Gott schickt diesen Schutz direkt zu uns. Es ist gut einen solchen
Spruch als Begleiter für das Leben zu haben. Denn Gefahren lauern
überall. Für Kinder sind das: heiße Bügeleisen, Äste an Bäumen, die
beim Klettern abbrechen, verdorbenes Essen, Speisen, die sie nicht
vertragen, Allergien und vieles mehr.
Auch für Erwachsene kann es nicht genug Engel geben: Auch uns drohen
Krankheiten, Enttäuschungen, Verlust des Arbeitsplatzes. Es ist
nicht alles selbstverständlich.
Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf
deinen Wegen.
Ich habe Ihnen ein Lied* mitgebracht, dass von diesen Engeln handelt.
LIED:
Refrain
Gott hat seinen Engeln befohlen,
dass sie dich behüten auf deinen Wegen.
Gott hat seinen Engeln befohlen,
dass sie mit dir gehn durch alle Zeit.
1. Einer sucht mit dir die Hoffnung,
einer sucht mit dir den Glauben,
einer sucht mit dir die Liebe.
Einer sucht nur dich allein.
Gott hat seinen Engeln befohlen… Refrain
2. Einer trägt mit dir die Lasten,
einer trägt mit dir die Leiden,
einer trägt mit dir die Zweifel.
Einer trägt nur dich allein.
Gott hat seinen Engeln befohlen… Refrain
3. Einer stärkt mit dir die Schwachen,
einer stärkt mit dir die Armen,
einer stärkt mit dir die Müden.
Einer stärkt nur dich allein.
Gott hat seinen Engeln befohlen… Refrain
4. Einer kämpft mit dir für Freiheit,
einer kämpft mit dir für Wahrheit,
einer kämpft mit dir für Frieden.
Einer kämpft für dich allein.
Gott hat seinen Engeln befohlen… Refrain
5. Einer steht zu deiner Linken,
einer steht zu deiner Rechten.
Alle stehn für Gottes Wort ein:
Keiner steht für sich allein.
Gott hat seinen Engeln befohlen… Refrain
© Text und Musik: Jens Uhlendorf
In fünf Strophen handelt dieses Lied davon, wie Engel handeln:
Sie verwandeln Enttäuschung in Hoffnung, helfen beim Lastentragen,
stärken die Schwachen, kämpfen für Freiheit – und vor allem, sie
helfen dir, so zu sein wie du bist!
„Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie mit dir gehen durch
alle Zeit.“ So heißt der Refrain.
Das Leben Jesu macht anschaulich, wie Engel mit uns gehen.
Da kam der Engel Gabriel und verkündigte Maria die Geburt.
Da kam ein Engel zu Josef und riet ihm zu Flucht nach Ägypten, damit
die Familie beschützt bleibt.
Da sahen Jesu Jünger den Himmel offen und Engel auf- und absteigen.
Da saß Jesus im Garten Gethsemane von allen guten Geistern verlassen
auf einem Stein und weinte – doch, wie es im Lukasevangelium heißt,
es kam ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.
Und zuletzt, drei Tage nach seinem Tod am Kreuz, da war es wieder
ein Engel, der den Frauen am Grab sagte: „Sucht den Lebenden nicht
unter den Toten – er ist nicht hier, er ist auferstanden“.
Es gibt noch mehr Engelsgeschichten der Bibel.
Sie sollen uns Mut machen, auf Gottes schützende und bewahrende
Kraft zu trauen. Engel gibt es nicht ohne Verbindung zu Gott, dem
Vater Jesu Christi. Man kann nicht an Engel glauben, ohne zugleich
an Gott zu glauben. Engel sind Boten, sie bringen Gottes Kraft zu
uns. Sie sind nicht selbst Gott. Sie verweisen aber auf Gott.
Und wir brauchen sie. Als Schutz, als Trost, als Hoffnung, als
Ermutigung. Vertrauen wir auf Gott, der es so gut mit uns meint,
dass er uns seine Engel schickt, damit sie uns behüten auf allen
unseren Wegen. Amen.
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre
eure Herzen und Sinne in Christus, unserm Herrn. Amen.
*© Text und Musik „Gott hat seinen Engeln befohlen": Jens Uhlendorf.
© Ev. Kirche Bad Lippspringe 17.06.09