III.Reihe: Stillung des Seesturms Lukas 8,22-25
Und es begab sich an einem der Tage, daß er in ein Boot stieg mit seinen Jüngern; und er sprach zu ihnen: Laßt uns über den See fahren. Und sie stießen vom Land ab. Und als sie fuhren, schlief er ein. Und es kam ein Windwirbel über den See, und die Wellen überfielen sie, und sie waren in großer Gefahr. Da traten sie zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir kommen um! Da stand er auf und bedrohte den Wind und die Wogen des Wassers, und sie legten sich, und es entstand eine Stille. Er sprach aber zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie aber fürchteten sich und verwunderten sich und sprachen zueinander: Wer ist dieser? Auch dem Wind und dem Wasser gebietet er, und sie sind ihm gehorsam.
Friede sei mit euch und die Gnade Gottes in Jesus Christus. Amen.
1.Bild: Wasser:

Jesus, dem Wind und Wasser gehorchen - ein Wunder. Was sollen wir davon halten? Fangen wir doch mit dem Wasser an! Wo doch die vier neuen Fenster hier vorn schon dieses Thema haben: Wasser. Das Wasser, aus dem alles Leben entstand, das Wasser, aus dem der Mensch zu 70% entsteht. Wasser, das heilt, aus den Quellen, das erfrischt, das bedroht, das neues Leben hervorbringt oder zerstört.
2.Bild: Boot im Sonnenuntergang

Wasser ist Leben. Und das Leben ist wie eine Fahrt auf dem Wasser. Manchmal eine unglaublich schöne Reise. Hat zutun mit losfahren und Kurs halten. Unterwegs sein mit anderen in einem Boot. Sich hinauswagen auf etwas Unbekanntem. Wer ist da mit uns im Boot? Menschen, auf die wir uns verlassen können ? Da ist die Familie, die ein Halt ist. Aber von der wir auch loslassen müssen, müssen uns selbst hinauswagen auf das manchmal gefährliche Meer. Wird das kleine Boot allen Gefahren standhalten? Auch die Kirche, auch der Glaube an Gott kann so ein Boot sein, das Schutz und Sicherheit bieten will.
3.Bild: Tsunami

Bilder, die wir nie vergessen werden. Die Tsunami, von der Hunderttausende getötet wurden. Wassermassen wie bei der Sintflut. Die schreckliche Flutwelle fiel hinein in die Zeit unseres Unterrichts, genau an einem der höchsten christlichen Feste: Weihnachten. Wo war Gott? Es gibt keinen Sinn im Sterben der vielen unschuldigen Frauen, Männer und Kinder. Manche von euch Konfirmandinnen udn Konfirmanden waren auch in der Zeit unserer letzten 1 1/2 gemeinsamen Jahre bei einer Trauerfeier; haben mich erlebt, wie ich es war, der euren Opa, eure Oma beerdigen musste. Das Leben erspart uns nicht solch traurige Momente. Da ist die Frage, was uns bleibt, wer uns bleibt, was uns tröstet, was uns Hoffnung gibt.
4.Bild: Jünger in Seenot - Bild Sieger Köder

Die Jünger in Seenot. Von allen Seiten dringt Wasser in das Boot. Von einem Moment auf den anderen ist ein Sturm losgebrochen. Und nun fürchten sie um ihr Leben. Verzweiflung ist ihnen in die Gesichter geschrieben. Woher kommt die Rettung? Verlassen sie sich nur auf ihre eigene Kraft, ihre eigenen Fähigkeiten? Oder lassen sie nur trostlos den Mut sinken und geben auf? Einige erinnern sich: Da gibt es doch noch einen im Boot, der anderen doch auch schon geholfen hat. Ja, wo ist denn eigentlich Jesus?
5.Bild: Jünger in Seenot - Detail Bild Sieger Köder

Da liegt er: und schläft. Er kennt keine Angst. Er weiss, Sturm und Wellen können ihm nichts anhaben. Er hat Vertrauen in Gott, seinen Vater. Er ist auch müde und erschöpft. Will nur noch Ruhe haben. Er ruht in sich. Sein Glaube ist ganz stark. Er wird nicht untergehen. Aber die Jünger haben Angst. Ihr Glaube ist nicht so stark. Sie rütteln ihn wach: Meister: Willst du, dass wir alle sterben?
6.Bild: 2 Menschen am Seil

Ein Seil, zwei Menschen. Hilfe, die von irgendwoher kommt. Hilfe durch einen anderen Menschen. Es gibt Situationen im Leben, da wissen wir einfach nicht mehr weiter. Da möchten wir aufgeben und sind starr vor Angst. Glaube heißt: immer noch auf einen Ausweg hoffen, auch wenn alles verloren zu sein scheint. Es gibt immer noch einen Weg. Es ist immer noch etwas stärker als das, was uns ängstigt und klein macht.
7.Bild: www.Jesus.ich ... erfrischt

Manchmal scheint es, als ob Gott schläft. Als hätte er uns allein gelassen in all den Gefahren. Wo war Gott in der Sturmflut, beim Tod eines Verwandten, damals, als die Schulkameraden uns lächerlich gemacht haben oder als ich so furchtbar traurig und enttäuscht war? Sehen wir es doch so: Gott schläft nur. Er ist nicht weg. Es ruht sich nur aus. Wir können ihn wecken. Er lässt sich wecken. Er lässt sich rütteln, anklagen, anschreien. All das lässt er sich gefallen, steht dann auf und ist stärker als die Gefahr. Jesus ist immer da. Immer für uns da. Aber wir übersehen das allzuoft. WWW.Jesus ist eine feste Adresse. Aber dieses „ICH“ muss dazukommen, wenn Jesus erfrischen soll, etwas bewirken soll. Ich muss nach diesem Jesus schauen, ihm glauben, ihm vertrauen, ihn manchmal auch suchen, ihn manchmal auch wecken, wenn es sein muss.
8.Bild: Tropfen in Wasser

Es gibt immer einen neuen Anfang. Jesus erfrischt. Eine große Kraft geht von ihm aus. Zu Beginn noch klein wie ein Tropfen. Aber er zieht Kreise, setzt in Bewegung, schafft neue Hoffnung. Konfirmation heißt: eine feste Adresse kennen: Jesus - und ICH. Dann haben wir eine Kraft gegen alle Gefahr. „Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich, still und leise.“
Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.
Amen.