Freiheit ist Ausprobieren der eigenen Möglichkeiten und
Grenzen.
Freiheit hat ganz unterschiedliche Formen und Wege.
Freiheit ist Risiko
Was hält und trägt weiter? Was ermöglicht Freiheit auch nach Rückschlägen und
Abstürzen?
Gnade sei mit euch und Friede von Gott. Amen
Liebe Gemeinde, liebe Konfis,
was eigentlich ist wichtig an Konfirmation, oder besser: was ist euch wichtig.
Diese Frage haben wir vor einigen Wochen besprochen, vielleicht erinnert Ihr
euch an die Pyramide im Buch.
Ihr wart sehr ehrlich: bei vielen belegten die zu erwartenden Geschenke
Listenplatz Nummer eins. Keine Sorge, ich werde jetzt nicht gegen die
Geschenke zur Konfirmation anpredigen - ich denke, die gehören einfach zu
diesem Tag dazu, und wer von uns läßt sich nicht gerne auch mal beschenken?
Ich war nur froh, dass es euch eben nicht nur um Geschenke geht. Denn auch
Gottes Segen wurde häufig genannt, Anerkennung bei den Erwachsenen, die Rechte
und Pflichten eines vollberechtigten Mitglieds der Kirche, d.h. Patenamt und
kirchl. Trauung) und eben auch: ein Stück mehr Freiheit.
Mehr Freiheit. Ich habe nachgefragt: geht es um den zusätzlichen freien
Nachmittag, wenn der Unterricht am Dienstag oder Donnerstag jetzt wegfällt?
Sicher, auch das. Aber mit dem Stück mehr Freiheit war mehr gemeint.
Persönliche Entscheidungsfreiheit, z.B., ein wachsender Freiraum, das eigene
Leben zu gestalten, nicht mehr nur das tun müssen, was andere Menschen:
Lehrer, Vater, Mutter, Oma, Opa, Pfarrerin ...., von mir verlangen und
erwarten.
Vielleicht war da noch eine dunkle Erinnerung an das Thema: die 10 großen
Freiheiten, manchmal auch noch 10 Gebote genannt.
Gott will Menschen befreien: wir müssen nicht mehr andere Götter befriedigen,
ob die nun Geld, Macht, Schönheit, Jugend oder sonst wie heißen. Wir müssen
auch keinem tradierten Gottesbild anhängen, Gott ist sowieso ganz anders als
all unsere Bilder. Wir müssen nicht sieben Tage die Woche schuften und auch
nicht shoppen: an einem Tag dürfen wir die Freiheit haben, nichts zu tun, oder
nur das zu tun, was dem Menschen dient. Sei das nun ein Familienausflug, das
Engagement für andere oder auch mal ein Tag Extrem-Couching.
Allerdings ist mit Freiheit nicht die absolute Leere gemeint, von der Janis
Joplin mal gesungen hat: freedom is just another word for nothing left to
loose (Freiheit ist nur ein anderer Ausdruck für: nichts mehr zu verlieren.)
Freiheit meint viel mehr als das.
Zur Freiheit hat uns Christus frei gemacht, laßt euch nicht wieder zu Sklaven
machen.
Das heißt: Ihr Konfis müßt euch nicht der herrschenden Meinung unterwerfen,
welche Kleidungsmarken, Musiktrends oder Gruppenzwänge gerade angesagt sind.
Gott liebt euch als die, die ihr seid. Ihr seid frei, eigene Wege zu gehen,
euren eigenen Stil zu finden, euren Geschmack.
Freiheit heißt allerdings auch nicht Rücksichtslosigkeit und Egoismus. Ich
kann auch zum Sklaven meiner eigenen Wünsche, Absichten und Begierden werden.
Auch hier sagt Gott: lass dich nicht verskaven. Freiheit heißt auch: von sich
selbst mal absehen zu können, frei zu sein für andere!
Zur Freiheit hat uns Christus frei gemacht, laßt euch nicht wieder zu Sklaven
machen.
Wir Menschen lassen uns von vielen Dingen versklaven und letztendlich auch von
unserer Angst vor dem Tod. Sterben und Tod sind die letzten Grenzen und
Zwänge, denen wir alle uns unterwerfen müssen. So scheint es. Allerdings hat
Gott uns auch auch diesen Zwängen herausgeholt. In Christus ist er am Kreuz
gestorben und am dritten Tag wieder auferstanden, er lebt, so wissen und
bekennen wir es seit dem Ostertag vor 2000 Jahren in Jerusalem.
Zur Freiheit hat uns Christus frei gemacht, laßt euch nicht wieder zu Sklaven
machen.
Amen