Evangelische Kirche Bad Lippspringe

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Hintergrundinformationen zu "Die Trauer der Rizpa"

 

Die Frauen des "Letzten Donnerstags"

Darstellung der historischen Gegebenheiten zur Zeit König Sauls

Wir haben uns mit einer biblischen Geschichte aus dem Alten Testament beschäftigt, aus der Zeit etwa 1000 v. Chr. Zum besseren Verständnis des Textes möchten wir nun kurz die historischen Hintergründe darstellen.

Israel bestand damals aus mehreren Stämmen, und es gab immer wieder Kämpfe mit ehemals dort ansässigen und benachbarten Volksgruppen. Eine „Regierung“ bestand nicht. Das Volk verlangte aber einen König, der die Israeliten einen und in den Schlachten anführen sollte. Saul wurde daraufhin erster König Israels. Er war sehr erfolgreich, und die Macht stieg ihm zu Kopf, bis er schließlich Gottes Anweisungen nicht mehr genau befolgte. Daraufhin wurde ihm prophezeit, dass keiner seiner Nachkommen jemals König werden sollte und Gott den nachfolgenden König aus einer anderen Familie bestimmen würde.

So wurde David, ein einfacher Hirtenjunge, von Gott zu Sauls Nachfolger ausgewählt, was Saul selbst aber zu diesem Zeitpunkt nicht wusste.
David kam an den Königshof, noch nicht um die Herrschaft anzutreten, sondern um Saul, der schwermütig geworden war, mit seinem Harfenspiel aufzumuntern, was ihm auch gelang. Dadurch gewann Saul ihn so lieb, dass er David wie einen Sohn behandelte. David freundete sich zudem mit Sauls Sohn Jonathan an.

David tat sich als erfolgreicher Krieger hervor, was mit der berühmten „Goliath-Geschichte“ begann. Saul setzte ihn daraufhin als Obersten über sein Kriegsheer ein. Je erfolgreicher und damit auch beliebter David nun wurde, desto mehr musste Saul aber um seine eigene Macht fürchten. Er wurde immer eifersüchtiger auf seinen ehemals geliebten David, und es entstand schließlich eine Rivalität auf Leben und Tod.

Der Freundschaft zu Sauls Sohn Jonathan konnten diese Ereignisse aber nichts antun; im Gegenteil, sie wurde noch vertieft. David versprach nämlich Jonathan, seine Nachkommen zu schützen und barmherzig zu seiner Familie zu sein, auch wenn Saul Davids Feind würde und Jonathan sterben sollte.

Saul und Jonathan starben schließlich in einer Schlacht gegen die Philister. Ihre Leichname wurden von den Feinden zur Schau gestellt. Als die Bürger von Gabesch, das zu Israel gehörte, dies erfuhren, holten sie die Toten in ihre Stadt und begruben sie dort, also fern vom Grab der Familie Sauls.


Für das Verständnis der Geschichte der Rizpa ist es außerdem wichtig zu wissen, dass ca. 200 Jahre zuvor Israel einen Friedensvertrag mit dem Stamm der Gibeoniter geschlossen hatte. Saul aber brach diesen Vertrag während seiner Regierungszeit und tötete viele Gibeoniter.

Die Meditation "Die Trauer der Rizpa"