Möglichst viel zur Aufarbeitung beitragen
Thomas Peters im Freiwilligenjahr in Breslau
BAD
LIPPSPRINGE / BRESLAU – Die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste
entsendet jedes Jahr rund 150 Frauen und Männer in Länder, die in
besonderem Maße unter der NS-Herrschaft zu leiden hatten. Teilnehmer
dieses Freiwilligenprogrammes ist in diesem Jahr auch Thomas Peters
(20) aus Bad Lippspringe. Seit Mai 2004 engagiert sich der Absolvent
des Paderborner Pelizäus-Gymnasiums für deutsch-polnische
Jugendbegegnungen im schlesischen Breslau.
Eingesetzt ist er im Edith-Stein-Haus, das in Trägerschaft der
Edith-Stein-Gesellschaft in den letzten zehn Jahren zu einem wichtigen
Zentrum deutsch-polnischer bzw. christlich-jüdischer
Verständigungsarbeit geworden ist. Das Leben und Wirken der Edith
Stein – geboren in einer jüdischen Familie, im Alter von 30 Jahren zum
Christentum konvertiert, später in ein Karmeliterinnenkloster
eingetreten und 1942 in Auschwitz ermordet – wird in dem ehemaligen
Wohnhaus der Familie Stein erforscht und dokumentiert. Die bedeutende
Philosophin Edith Stein wurde 1998 heilig gesprochen.
Neben der wissenschaftlichen Arbeit hat die Edith-Stein Gesellschaft
auch kulturelle Projekte für Kinder und Jugendliche des Stadtviertels
initiiert und untersützt außerdem deutsch-polnische Jugendbegegnungen:
Sprachkurse für Multiplikatoren, Konzert- und Theaterprojekte,
Lesungen und Diskussionsrunden, Aufarbeitung Breslauer Geschichte
1933-45 durch deutsche und polnische Studenten, Freiwilligenarbeit auf
jüdischen Friedhöfen und vieles mehr gehören zum Programm der
Begegnungs- und Bildungsstätte. Die Freiwilligen von Aktion
Sühnezeichen unterstützen bei der Planung und Organisation das
hauptamtliche Team.
Thomas Peters engagiert sich dabei besonders in den Bereichen
Öffentlichkeitsarbeit und Internet, ist aber auch aktiv an Konzeption
und Gestaltung der Projekte beteiligt. Im Rahmen des Projekts „Breslau
1933-45“ sichtet er Archivmaterial und erstellt er Biographien von
Breslauer Persönlichkeiten. „Die Stadtgeschichte ist so spannend und
außergewöhnlich, dass ich möglichst viel zu der Aufarbeitung beitragen
möchte“, so Peters. An der didaktischen Aufarbeitung des Themas – z.
B. in Form einer CD-ROM zum Einsatz in Schulen und Jugendgruppen –
arbeitet er intensiv mit.
Eine „lehrreiche Zeit voller Abwechslung“ sei das Jahr in Breslau bis
jetzt gewesen, so der Freiwillige weiter. Manchmal sieht er Graffitis
mit deutschenfeindlichen Parolen in der Stadt. „Das zeigt mir, wie
wichtig und notwendig unsere Arbeit ist.“ ch
Einen Brief aus Breslau von Thomas Peters finden Sie auf der Homepage der Gemeinde Bad Lippspringe, ebenso den Projektbericht, den er für seine "Sponsorinnen und Sponsoren" verfasst hat.
Homepage des Edith-Stein-Hauses in Breslau: www.edytastein.org.pl
© Ev. Kirchenkreis Paderborn 25.03.05