Gottesdienst to go 16. August 2026 - 10:15 Uhr
3. Station: Arminiusquelle
Bibeltext Johannes 4:
Darauf antwortete Jesus:
»Wer von diesem Wasser hier trinkt,
wird wieder Durst bekommen.
Aber wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe,
wird nie wieder Durst haben.
Denn das Wasser, das ich ihm geben werde,
wird in ihm zu einer Quelle werden:
Ihr Wasser fließt und fließt – bis ins ewige Leben.«
Da bat ihn die Frau:
»Herr, gib mir dieses Wasser! Dann habe ich nie mehr Durst
und muss nicht mehr herkommen, um Wasser zu schöpfen.«
Jesus sagte zu ihr:
»Geh, ruf deinen Mann und bring ihn her!«
Da antwortete die Frau: »Ich habe keinen Mann.«
Jesus sagte zu ihr:
»Es stimmt, wenn du sagst: ›Ich habe keinen Mann.‹
Denn fünfmal warst du verheiratet,
und der, mit dem du jetzt zusammen bist,
ist nicht dein Mann.
Da hast du die Wahrheit gesagt.«
Da sagte die Frau:
»Herr, ich sehe: Du bist ein Prophet!
Unsere Vorfahren haben Gott auf dem Berg dort verehrt.
Aber ihr behauptet,
dass sich in Jerusalem der richtige Ort befindet,
um Gott zu verehren!«
Da antwortete Jesus:
»Glaub mir, Frau: Es kommt die Stunde,
in der ihr den Vater weder auf diesem Berg
noch in Jerusalem verehren werdet.
Aber es kommt die Stunde, ja, sie ist schon da!
Dann werden die Menschen, die Gott wirklich verehren,
den Vater anbeten.
Dabei werden sie von Gottes Geist
und von Gottes Wahrheit erfüllt sein.
Denn der Vater sucht Menschen, die ihn so anbeten.
Gott selbst ist Geist – und wer ihn anbetet,
muss vom Geist und von der Wahrheit erfüllt sein.«
Da sagte die Frau zu ihm:
»Ich weiß, dass der Messias kommt.
Man nennt ihn auch Christus – den Gesalbten.
Wenn der kommt,
wird er uns über all das Auskunft geben.«
Jesus antwortete: »Ich bin es. Ich, der mit dir spricht.«
Gedanken zum Text:
Es gibt überraschende Wendungen im Gespräch der beiden mit interessanten Reaktionen der Samariterin:
Als erstes bittet Jesus die Samariterin um Wasser – sie: ‚Was quatscht du mich denn an?‘
Dann bietet Jesus ihr lebendiges Wasser an – sie: ‚Das will ich sehen, wie du das ohne Eimer machst.‘
Jesus erklärt ihr, dass es sich um besonderes Wasser handelt, wer davon trinkt, wird nie wieder Durst leiden – sie: ‚Super, gib es mir dann brauche ich nie wieder Wasser holen‘.
Ihre Antworten klingen für mich nach einer selbstbewussten Frau, die diesem Juden mit seinen merkwürdigen Äußerungen skeptisch gegenüber tritt. Würden sie sich nicht auch über einen solchen Typen wundern?
Sie bittet Jesus, ihr dieses spezielle Wasser zu geben, was er aber nicht macht. Stattdessen fängt er ein ganz neues Thema an. Er fordert die Samariterin auf, ihren Mann zu holen. Dieser Jude, der sie um Wasser gebeten hatte, der sie nicht kennt, erklärt ihr ihre Lebensgeschichte. Das ändert ihre Ansicht über Jesus und sie erkennt, dass er ein Prophet ist. Und wenn sie schon mal die Möglichkeit hat, mit einem Propheten zu sprechen, dann kann er doch mal eben entscheiden, wo der richtige Ort zum Anbeten ist, wer Recht hat, die Juden oder die Samariter. Den Gefallen tut er ihr aber nicht, denn es kommt nicht auf den Ort an, sondern auf die Haltung mit der gebetet wird, im Geist und in Wahrheit.
Wer von seinem Wasser trinkt, dem wird nie wieder dürsten. Haben wir an Station 1 nicht über Durststrecken nachgedacht? Wenn es doch so einfach wäre: Das lebendige Wasser von Jesus annehmen und nie wieder Durststrecken im Leben durchleiden? Ist aber nicht einfach. Probleme tauchen immer wieder in unserem Leben auf und können sich zu einer schwierigen Phase im Leben entwickeln. Jesus verspricht nicht den Himmel auf Erden, wo alles Schwierige im Leben ausgeräumt ist. Er gibt uns aber Hinweise, wie wir Problemen begegnen können, oder, dass sie erst gar nicht entstehen. In der Bergpredigt gibt er viele Anregungen, wie wir unser Leben gestalten sollen, und das Befolgen seiner Anregungen ist jedes Mal wie ein Schluck lebendiges Wasser. Wie frisches Quellwasser für unser Leben.
Zum Beispiel: Nicht immer anderen die Schuld in die Schuhe schieben. Auch selbst den Mut haben eigene Verschuldungen zuzugeben und sich zu entschuldigen. Vorurteile abbauen, andere Menschen akzeptieren, nicht verurteilen, nicht beschimpfen, nicht beleidigen. Wenn etwas ungerecht ist, mutig dagegen auftreten. Das alles fasst Jesus in zwei Geboten zusammen: Liebe den Herrn, deinen Gott und liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Viele praktische Hinweise als Quellen lebendigen Wassers, um Durststrecken zu überwinden oder erst gar nicht entstehen zu lassen. Vielleicht braucht es bei uns ja auch einen Prozess der Änderung wie bei der Samariterin, um aus diesen Quellen zu schöpfen?
Hier an der Arminiusquelle können wir das Fläschchen mit Wasser auffüllen und als Erinnerung an die Quellen mitnehmen, die in Jesus entspringen. Und wenn es doch einmal schwierig wird und diese Quellen nicht so richtig sprudeln wollen, eine Quelle lebendigen Wassers gibt es immer: Das Gebet.
Neues Foto von der Arminiusquelle